METRO PORTE ENFER
scheisszeitenwende 105
Der Maler Andreas Walser nahm die „Metro zum Höllentor“. Er verausgabte sich völlig. Schlief nicht mehr. Kam tagelang nicht von der Staffelei los. Ging nicht an die frische Luft, arbeitete wie in Trance.
„Metro zum Höllentor“.
Er deckte die Fenster des Ateliers mit dunkler Farbe ab.
„Mein armer wirrer Kopf. Und meine armen unruhigen Sinne. Und mein Körper, der zu schwach ist für all das. Und doch – ich habe meine Kunst und das Große vor Augen.“
„Ich lag drei Tage bewusstlos im Bett. Dann folgten entsetzliche Erschütterungen. Stundenlanges Hin- und Herzucken des Körpers. Ich war, wie man sagt, verrückt.“
„Ich nahm mehrere Gramm Morphium. Noch schmerzen mich die vielen Stellen der Einstiche, aber schon weniger als gestern. Ich bin geistig angeregt wie nie und schreibe Aphorismen für mich.“
Dann wieder:
„Man musste alles vor mir verstecken. Ich suchte alles zu verschlingen, zum Beispiel Tinte und Malöl. Der Arzt sagte mir nach allen möglichen Experimenten ,Vous êtes completement intoxiqué‘.. Vergiftet. Kaffee. Rauchen. Trinken. Drogen. Daher meine maßlose Empfindlichkeit. Aber ich habe in solchen Momenten doch meine besten Bilder gemalt. Ich bin in Richtung Höllentor gefahren und dort auch angekommen. Nun wird es mir hart angehen, anders zu leben, wenn ich mich nicht ganz verteufeln will.“
