FEIERN
TANZ DER VIRENT
1. Mai
Die Gewerkschaften bleiben daheim. In Kreuzberg werfen die Anarchisten wg. Corona an diesem 1. 5. keine Pflastersteine. Auch der Tanz in den Mai ist ausgefallen. Und Bundesliga ist ebenfalls nicht an diesem Wochenende.
Traurig.
Dann feiern wir eben 75 Jahre Jubiläum. Dem Hitler seine Asche ist kalt. In Dachau versammeln sich die, die sich auf den Beinen halten können und noch nicht den Ort verlassen haben, sie freuen sich, dass die Welt eine andere ist.
Und die Feuerwehr muss auch ran. Aber es sind ja Helden, die Dachauer Kameraden, die jahrelang, tatütata, am KZ vorbei gefahren sind, ohne etwas gewusst zu haben. Sie sind Helden, die 75 Jahre später entsprechend gewürdigt werden:
„Der Einmarsch der Amerikaner im April 1945 bedeutete für Dachau das Ende des Krieges. Zehn gefallene und zwei vermisste Kameraden waren zu beklagen.
Für die Feuerwehr brach nun eine äußerst turbulente Zeit an. Die Uniformen mussten abgegeben werden, die Dienststelle wurde geplündert. Verschiedene Löschgeräte verschwanden und mehrere Schläuche wurden von amerikanischen Soldaten zerschnitten. Aber trotz allem sollte die Wehr nach dem Willen der amerikanischen Besatzung weiterarbeiten.
Am 1. Mai 1945 wurde die Dachauer Feuerwehr zu ihrem 1. Nachkriegseinsatz gerufen. Im ehemaligen KZ Dachau sollte eine Frischwasserversorgung mittels einer Schlauchleitung aufgebaut werden, weil die dortige Wasserleitung angeblich vergiftetes Wasser führte. Zu viele Schläuche waren jedoch zerschnitten und so mussten ehemalige Häftlinge die Wasserversorgung selbst wieder in Ordnung bringen.“
Wozu hatte man die Burschen denn?
