WOLLEN
TANZ DER VIREN, FCB7
21. August
Geisterspiele. Seine Mannschaft gewinnt und gewinnt. Vielleicht wird seine Mannschaft am Sonntag sogar Europameister – nur noch Paris Saint Germain muss geputzt werden.
Er steht am Spielfeldrand und sieht ernst zu. Er fuchtelt und gestikuliert nicht. Er sieht aus wie einer, mit dem nicht gut Kirschen essen ist – und der nicht gestört werden will, beim Am-Spielfeldrand-Stehen.
„Die Spieler pushen und coachen sich gegenseitig enorm. Ich selber versuche es zu dosieren und verschaffe mir nur dann Gehör, wenn ich den Eindruck habe, die Mannschaft braucht mich jetzt. Das ist meine Art. Ich gehöre sicher nicht zu der Kategorie Trainer, die lautstark alles kommentieren.“
Nach dem Match zieht Hans Flick Bilanz. Er kritisiert, manchmal lobt er auch. Eigentlich könnte er viel mehr loben, als er das tut.
Doch Hans Flick ist ehrgeizig. Er will jetzt alles. Das bekommt man nicht mit Lob, das kriegt man mit positiver Kritik.
Beim FC Bayern München ist der ewige Assistent Hans Flick während des Lockdowns zum Meistertrainer geworden. Wenn die Mannschaft am Sonntag gegen Paris gewinnt, ist Hans Flick ein gemachter Fußball-Mann.
Der Mann hat Corona viel zu verdanken.
