WEIT WEG
TANZ DER VIREN II
Nächster Morgen. Hans freut sich auf den Tag.
Los.
Die Wege sind schneefrei. Das Geplärr der Vögel klingt nach Geilheit.
Sonne.
Hans schreitet aus. Er ist stolz auf seinen Schritt, auf den starken Atem, auf die Kraft in ihm.
Einen kleinen Umweg macht er, vorbei an der Staffelalp, geht über den Rabenkopf, bleibt an einer Stelle sitzen, die der Ausguck aufs Land ist. Er isst ein Brot, trinkt Wasser, sieht hinunter nach Bayern.
Im Sonnenglast verzerren die Seen und ganz hinten die grauen Nebel-Schemen der Stadt.
Weit weg ist er.
Weit weg von dem da unten. Da sind die Menschen, die sich – soweit er das richtig aus den Radionachrichten entnimmt – nicht mehr helfen können.
Er ist weit weg von der ohnmächtigen Wut da unten.
Er sitzt oben auf dem Rabenkopf – das da unten ist ihm mehr und mehr wurscht.
Hat er jetzt ein Schuldgefühl?
Nein.
Hat er nicht.
Er geht jetzt hinunter in dieses seltsam vergiftete Land und holt sich was zum Essen.
© BILDKUNST JOHANNES TAUBERT
