KARRIERE
21. märz 2017 ———— DER NEUE, Tag 61
New York, 1980
Klar, wenn Du mich so fragst: Natürlich habe ich versucht, den Betrieb vom Vater zu übernehmen. Ging gar nicht anders. Seit ich verstehen konnte, was mir die Erwachsenen erzählten, habe ich immer wieder gehört, dass es meine Pflicht als Sohn sei, ins Geschäft der Familie einzusteigen. So gehöre sich das nun einmal für den Erstgeborenen.
Ein tolles Gefühl hatte ich dabei nicht, die Vorfreude war gebremst. Ich habe meine Zeit an der episkopalen Ganztagsschule auf Long Island ohne Murren abgerissen – ich war schließlich kein Spielverderber wie mein jüngerer Bruder. Wollte meinen Frieden haben und es den Eltern recht machen. Machte meinen Abschluss und hatte das bürgerliche Leben eigentlich schon satt.
Fred T. hatte keine Lust auf Karriere.
Danach ging’s an die Lehigh University, wo man mir nachsagte, ich sei ein erfolgverheißender Student. Ich kam ins Reserve Officers Training der Air Force – und das hat mich überwältigt. Ich spürte sofort, dass ich fürs Fliegen gemacht war.
Fred T. setzte sich ins Cockpit und wusste: Das war sein Platz.
Ich deutete zuhause an, dass ich vielleicht ganz gerne Pilot werden würde.
„Quatsch!“ Der Vater ließ nicht mit sich reden. „Mach‘ meinetwegen den Pilotenschein und kauf dir eine Maschine. Das ist wahrscheinlich ein schönes Hobby. Aber Dein Beruf ist Häuser-Bauen.“
So wurde ich zum Immobilien-Experten.
Besser gesagt: So wäre aus mir beinahe ein Immobilien-Fachmann geworden.
Fred T. hatte alle Chancen, aber er versagte kläglich.
Letztendlich scheiterte ich am Business.
Warum?
Ganz einfach:
Ich konnte den Beruf nicht ausstehen.
Ich mochte Dads Büro nicht.
Donald hat mich aus dem Rennen geworfen.
Morgen: Don, der Häuser-Hai
