IMPFEN. ANDERS.
TANZ DER VIREN II
Es ist der Dienstag der Karwoche, an dem sich schon wieder die mürrische Frau Merkel an die Bürgerinnen und Bürger wendet. Sie trägt ein dunkles kragenloses schlichtes Jersey-Jackett, dazu ihre plumpe Bernsteinkette, einen schlecht sitzenden BH und ausgesprochen miese Laune.
Die Kanzlerin erklärt, dass der englische Impfstoff den jüngeren Menschen manchmal nicht gut tue, deswegen werde er nun verstärkt an Menschen über 60 verimpft. Das sei sehr ärgerlich und mache Arbeit.
“Natürlich werden Menschen sich fragen: Was passiert da, und was bedeutet das jetzt für mich?”
„Wir müssen die Nebenwirkungen ernst nehmen. Offenheit und Transparenz sind die beste Möglichkeit, mit einer solchen Situation umzugehen.”
„Aber ich kann die Verunsicherung der Menschen jetzt nicht einfach wegreden.”
„Wir werden Veränderungen an den Lieferplänen vornehmen müssen, an der Verteilung an die Impfzentren und nach Ostern auch an die Hausärzte. Das wird man gemeinsam anpacken und bewältigen.”
Das sagt die Kanzlerin am Dienstagabend. Frau Angerer geht wieder einmal mit dem Gefühl zu Bett, dass sie sich besser mal Sorgen machen sollte.
© BILDKUNST JOHANNES TAUBERT
