FRESSENUNDSAUFEN
TANZ DER VIREN
4. Juli
Er war als „Bräurosl“-Wirt nicht von der Wiesn wegzudenken. Georg Heide ist einer, der scheinbar mitsamt Familie zum ewigen Inventar des Oktoberfests gehörte. Jetzt hat er eine Pressekonferenz gegeben und unter Tränen erklärt, er mache nicht mehr mit. Seit Corona die Welt auf den Kopf stellt, habe die Familie „gegrübelt und sinniert“, ob sie sich erneut bei der Brauerei Hacker-Pschorr für den Betrieb des Zelts bewerben sollten. “Es tut sehr weh – wir mögen nicht mehr.
Die Heides glauben, dass sich der Einsatz nicht rentiert. „Es steht ja noch nicht fest, ob die Wiesn 2021 überhaupt stattfinden wird. Keine Versicherung zahlt einen Ausfall“, sagt Heide-Tochter Daniela. Der Vater nickt. Die Garantie zum Geld-Drucken ist futsch. Und dann kommt die Angst dazu. „Wir wollen nicht als der Tönnies aus dem Würmtal bekannt werden.“ Ihn plagt eine düstere Vision: „Dass sich viele Menschen in meinem Zelt mit Corona anstecken – und ich als Wirt steh‘ hernach als der Buhmann da: Nicht mit mir!“
