ANSTECKEN
TANZ DER VIREN
9. Juli
Die Sache mit den Masken läuft bei Mister Trump ein wenig aus dem Ruder.
Vor drei Wochen hatte er seinen ersten großen Wahlkampf-Auftritt. Das war ein rechter Rohrkrepierer. Im Stadion von Tulsa/Oklahoma blieben Tausende Sitze frei, obwohl Trump erklärt hatte, dass sich rund eine Million Menschen kostenlose Tickets gesichert hätten.
Der Leerstand hat den Wahlkämpfer – an volle Hallen gewöhnt – irritiert. Er war nicht in Form, und nach dem Rückflug entstieg er in Washington entkräftet seiner Maschine. Da gab’s anderntags weltweit Fotos von einem Schicksals-gezausten alten Mann – und die Spötter machten sich hoffnungsfrohe Gedanken darüber, wie lange sich der Präsident noch auf den Beinen halten werde.
Nun folgt dem „Kater“ das nächste Grimmen. In Tulsa und Umgebung ist die Zahl der Infizierten in den letzten Tagen nach oben geschossen. Die Gesundheitsbehörden führen den dramatischen Anstieg der Infektionen im Bezirk auf den Wahlkampfauftritt des US-Präsidenten zurück.
Trump-Fans tragen in der Regel nämlich – wie ihr Gesandter – keine Masken.
Behördenchef Bruce Dart wird heftig: „In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen – da gibt es einen Zusammenhang mit dem Auftritt des Präsidenten. Das ist gar nicht gut.“
Am Samstag spricht Donald Trump auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire im Freien vor Tausenden Anhängern. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken“ übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten.
Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht.
Das ist gar nicht gut.
