ABRECHNEN
TANZ DER VIREN
16. August, FCB2
RB Leipzig ist im Halbfinale, Bayern ist im Halbfinale, drei deutsche Trainer sind im Halbfinale. Keiner darf ins Stadion, aber die Begeisterung in der Heimat schwillt an.
Begeisterung? Enthusiasmus?
In Leipzig denkt man angeblich vor allem ans Geschäft. Der Verein will die zusätzlichen Millionen-Einnahmen durch das Erreichen des Champions-League-Halbfinales nicht für Transfers, sondern zum Ausgleich von Mindereinnahmen durch die Corona-Krise nutzen. „Covid-19 macht mit uns das, was es mit allen anderen Vereinen macht, es reißt ein großes Loch in unsere Kasse“, sagt Vorstandschef Oliver Mintzlaff. „Unsere Planung ist völlig über den Haufen geworfen. Da ist jeder Euro, den wir zusätzlich einnehmen, ein Euro, mit dem wir dann auch ein Stück weit die Löcher, die entstanden sind durch fehlende Ticketing-Einnahmen, durch Hospitality, durch Sponsoringeinnahmen, natürlich auch stopfen können.“
Achso. Geisterspiele sind nicht genug. Jetzt braucht es noch die drögen Zahlenmenschen, um etwaige Euphorie zu bremsen. Es geht um Kohle, nicht um Freude am Fußball.
Halt! Brrr! Soll er doch reden, der Herr Mintzlaff. In dieser Woche hat er nichts zu sagen. Jetzt zählt der Sport. Dagegen ist selbst Corona machtlos.
Oder?
