URLAUBEN
TANZ DER VIREN
18. Juli
Ja, wo fahren sie denn hin?
Die Autobahn nach Salzburg ist zu klein für das, was heute passiert. Immer wieder stockt der Verkehr. Die Kolonne endet nicht. Der Norden Deutschlands wandert südwärts.
Es sieht aus wie eine Flucht. Auf der Raststätte Vaterstetten staut es sich vor den Zapfsäulen, vor den Parkbuchten, am Rasthaus, auf den Toiletten.
Und fröhlich wartet das Virus.
Am Urlaubsort angekommen geht es weiter mit der großen Sause. In Aschau stehen sie beim Edeka in Dreierreihen 15 Meter lang Schlange. Unablässig quellen Menschen in den Markt. Genervt, streitlustig, konsumgierig. Manchmal muss ein Angestellter am Eingang die Neuen um Geduld bitten, weil drinnen gar nichts mehr geht.
Abends staut es sich vor den Wirtschaften. Es regnet, das Tief kommt aus Tschechien. Es gibt Weißbier und Schnaps und Schweinebraten, nach einer Stunde muss man fertig sein. Dann wird abgerechnet.
Trotzdem: Die Menschen machen Urlaub auf Teufelkommraus.
Und geduldig treibt sich das Virus in den Gassen rum.
