DURCHSCHNAUFEN
TANZ DER VIREN
21. Juni
Christian Drosten, Epidemie-Star wider Willen: „Wir sehen in den amerikanischen südlichen Staaten, dass wir trotz hoher Umgebungstemperaturen in eine furchtbare Situation reinlaufen. Die Intensivstationen in manchen Gebieten dort sind jetzt schon voll.
Ich habe heute Morgen eine Meldung gesehen, dass jetzt in einer Stadt in den amerikanischen Südstaaten Kinderkliniken für Erwachsene freigegeben werden, weil die Krankenhausaufnahmen einfach ein Maß erreicht haben, das so etwas erfordert. Und wir können uns ausrechnen, wie das in einem Monat aussehen wird, trotz hoher Umgebungstemperaturen.
Dort hat man die erste Welle nicht effizient gebremst, sondern hat zu früh wieder geöffnet. Das ist natürlich etwas, das auf uns übertragbar ist. Also wir sind jetzt im Sommer, ja, und wir haben sicherlich jetzt ein paar mehr entspannendere Wochen vor uns, was die Epidemietätigkeit angeht.
Aber wenn man das so vergleicht und sich das vergegenwärtigt, dann kommt man doch zu der Ahnung, dass das vielleicht nicht der Sommereffekt ist, sondern dass das einfach die Ruhe ist, die wir jetzt gewonnen haben durch dieses sehr effiziente Bremsen in Deutschland. Wir hatten ja gar keinen sehr drastischen Lockdown, weder lang noch sehr einschneidend. Es war weiterhin einige Bewegungsfreiheit, und die Zeitdauer war kurz.“
