SATANS…
8. märz 2017 —— DER NEUE, Tag 48
New York, 1980
DONALD WAR DA. ER KRÄHTE. ER GAB KEINE RUHE. ER NISTETE SICH AN JANES BRUST EIN. NICHT, DASS ER SIE LEER GETRUNKEN HÄTTE. ER HING AN JANE RUM, UND ICH GUCKTE IN DIE RÖHRE.
DONALD NAHM DAS HAUS IN BESITZ:
ER MACHTE SEINEN ELTERN FREUDE. DIESES VOLLGEFRESSENE KLEINE UNGEHEUER LIESS SEINEN ERZEUGERN KEINE ANDERE WAHL: SIE MUSSTEN IHN ALS NUMMER EINS ANNEHMEN.
Ich sitze an meinem Schreibtisch und fülle mit großer Disziplin das Glas nach. Habe so meine Probleme, das Trinken voran zu bringen. Mal habe ich Tage, an denen ich betrunken aufstehe und mich im Nebel verliere. Das sind gute Tage, wenn alles in Watte ist, auch meine Mattigkeit und die Schmerzen nach Stürzen oder kleinen Unfällen.
Dann wieder jault es im Kopf vor Klarheiten. Ich beginne mit gutem, starkem Alkohol – und mein Kopf widersteht. Ich werde betrunken, aber das Klarsehen bleibt. Schwankend erinnere ich mich an die Zeit, als das Monster über uns Haus kam.
DONALD WIDERSPRICHT DEM ALTEN SACK
Es dunkelt schon, draußen. Der Sommer hat nun bald ein Ende, in der Auffahrt wirbelt Vaters Cadillac bunte Ahornblätter auf.
„Dad kommt“, sagt die Mutter, die Donald an der Hand hat. Der Bruder kann schon seit ein paar Monaten gehen, er brabbelt viel unverständliches Zeug. Abends wird er noch einmal fürchterlich aktiv, da muss man ihn an der Hand halten, sonst stellt Donald etwas an.
„Dad kommt. Holt ihn ab.“
Maryan und ich laufen hinaus. Die paar Stufen hinunter zum Wagen. Der Vater windet sich aus dem Auto. Schick sieht er aus, wie immer. Er geht in die Knie und begrüßt uns. Fragt, ob alles in Ordnung sei. Klar, rufen wir, erzählen um die Wette, was so passiert sei, den ganzen Tag lang. Vater lächelt, wir betreten das Vestibül.
„Dad!“
Donald reißt sich von der Mutter los, schlingert auf den Vater zu. Der fängt ihn auf.
„Na, alles klar?“
Die Mutter übernimmt das Antworten. Naja, der Donald habe es heute übertrieben. Sei kein braver Junge gewesen. Im Speisezimmer habe er mit seinen Buntstiften die schöne Tapete voll gekritzelt. Heute müsse man mit dem Donald schimpfen.
Vater hat ein finsteres Gesicht. Das wolle er doch mal sehen.
Man bewegt sich ins Speisezimmer. Maryan und ich sind freudig gespannt.
Die Tapete ist im Arsch. Donald hat ganze Arbeit getan. Auch der Vater ist sauer.
„Donald, so geht das nicht. Das kostet viel Geld. Fürs Malen hast Du Deine Sachen im Zimmer. Das machst Du nicht mehr.“
Donald steht da und hat den Kopf schief gelegt. Ich glaube, er lächelt. Ansonsten: keine Reaktion.
„Hast Du mich gehört? Du machst das nicht noch einmal. Ist das klar?“
Das Lächeln wird breiter.
„Ich habe Dich etwas gefragt: Ist das klar?“
Lächeln.
„Nein!“
Ja.
Er hat “Nein” gesagt. Daran wird sich Fred T. gewöhnen müssen: Dass dieser Sohn “Nein” sagt.
Morgen: Tellerwäscher oder so
