WOHIN? WAS? WARUM?
scheisszeitenwende 127
Noch immer sitzt Hans Krohn vor der „Schaubühne“. Ein stadtbekannter Mime schlendert vom Bus zum Hintereingang des Theaters. In zwei Stunden wird er Schillern – jetzt ist er nur ein armselig eitler alter Möchtegern-Star, der – obwohl er langsam und wichtig schlendert – von niemandem wahrgenommen wird.
Noch so einer, der keiner ist.
Einer wie Hans.
Was will Krohn eigentlich?
Gute Frage, denkt er.
Vor allem: Er mag nicht aufhören.
Womit?
Weiß er nicht.
Geht es ihm gut?
Besser denn je – und so scheußlich wie nie.
Was wird denn nun?
Er seufzt und bemitleidet sich einen Augenblick.
Ja, was wird?
Keine Idee.
Er schreibt die nächste Karte (die erste ist noch nicht mal im Briefkasten).
Vorhin war ich auf dem Alex – nun habe ich mich an den Ku’damm durchgeschlagen. Habe nicht getrunken. In einem versifften Supermarkt habe ich vom Saufen geträumt. Sitze jetzt im Schatten, denke an Dich und habe Bammel vor der Nacht. Die Stadt mag mich nicht. Berlin: Lächeln untersagt! Berlin: Alle wohnen. Wer nicht wohnt, hat sich verwirkt.
