O
scheisszeitenwende 26
Den Ort erreichen wir, von Osten kommend, an einer ARAL-Tankstelle. Früher gab es an dieser Stelle mal eine bescheidene Kapelle mit einem kleinen Gärtchen und einer Bank – das Kirchlein war aber so unbedeutend, dass ARAL alles platt machte.
Jetzt leuchtet eine blaue Tanke neben dem verkratzten Ortsschild.
O.
Wir passieren zwei Supermärkte, ein kleines Gewerbegebiet, eine Eisdiele, einen Dönerladen, ein erstes Wohngebiet (3 oder 4 Zimmer, alles erste Sahne, zu kaufen ab einer knappen halben Million).
O., das Zentrum.
Die Villen sind aus alter Zeit. 1900 oder so. Damals war O. ein mondänes Moorbad im Vorgebirge. Damals residierten hier die Kaisers und die Grafen die Kanzlers und die neue Reichs.
Wir queren die Bahnschiene. Westwärts geht es weiter nach München. Eine Stunde, und der Zug ist am Hauptbahnhof. Die Bahn verkehrt stündlich in jeder Richtung.
Ein Hotel. Ein Park. Eine Kirche.
Marktplatz.
Krankenhaus.
Aldi.
Das Haus des Messi.
Ein Schwimmbad und das Eisstadion.
Noch mehr alte Villen mit irgendwas dahinter.
Die Bibliothek im Rathaus.
Das Straßenschild nach München.
Ein Badesee.
Das Gebirge drum herum.
Der Italiener.
Das Asylantenheim.
Das ist:
O.
Oh.
O.
Übrigens:
Wenn wir nach Westen hin den Ort verlassen, wird das Land nicht besser.
