{"id":5377,"date":"2025-10-14T14:56:27","date_gmt":"2025-10-14T14:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=5377"},"modified":"2025-10-14T14:56:27","modified_gmt":"2025-10-14T14:56:27","slug":"sag-mir-was","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/sag-mir-was\/","title":{"rendered":"SAG&#8217; MIR WAS!"},"content":{"rendered":"<p><em>scheisszeitenwende 89<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er hatte ganz vergessen, dass Frauenhaar riecht.<\/p>\n<p>Dass es Augenblicke gibt, in denen nicht mal das Kitzeln von Frauenhaaren in der Nase st\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sie r\u00e4kelt sich.<\/p>\n<p>\u201eWas ist mit Dir? Hast Du gerade gelacht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWei\u00df ich nicht. Aber mir ist nach Lachen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum?\u201c<\/p>\n<p>\u201eErstens: Eins von Deinen Haaren juckt in meiner Nase. Zweitens: Ich h\u00f6re die Stadt nicht mehr. Drittens: Du riechst wie meine besten Jahre.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNochmal! Dass ich Dich recht verstehe. Dir ist zum Lachen, weil erstens Du ein Haar von mir in der Nase hast, Du zweitens nichts mehr h\u00f6rst \u2013 und drittens glaubst, dass ich rieche wie im letzten Jahrhundert.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNaja, im Grunde hast Du es perfekt zusammengefasst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa, toll. Aber jetzt w\u00fcsste ich doch ganz gern, ob da irgendwo ein Kompliment versteckt ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch erkl\u00e4re es gern, Madame. Vielleicht bequemt sich Madame auch, sich selbst ein wenig zu erinnern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAha.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAlso, wei\u00dft Du noch, wie das war bei den ersten Malen? Man hat sich einen Platz suchen m\u00fcssen, ist mit dem Auto in den Wald gefahren, hat sich mit schlechtem Gewissen in einem billigen Hotel eingemietet, man war im Kino und hat nichts vom Film mitbekommen. Alles musste heimlich sein \u2013 und alles hat nach Liebe gerochen. Der andere Mensch, das Schwitzen, das Hotel und das Auto. Ich wei\u00df gar nicht, wie lange ich diesen Geruch nicht mehr hatte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa. Erkl\u00e4rung akzeptiert. Komm, ein Kuss. Und jetzt: Was ist das mit dem ,Ich h\u00f6re die Stadt nicht mehr\u2018?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGro\u00dfartig ist das. Nat\u00fcrlich h\u00f6re ich die paar Leute, die noch unterwegs sind. Ich h\u00f6re auch, dass es angefangen hat zu regnen. Aber all das geh\u00f6rt nicht in mein Leben. Ich h\u00f6re nur Dich und denke Dich. Wie ein Narr denke ich, man hat uns ins Mittelalter versetzt hat, und wir wollen nicht, dass die Nachtigall nochmal ruft. Weil wir nicht aufwachen wollen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eErkl\u00e4rung akzeptiert. Und schon wieder bekommt der Herr ein Flei\u00df-K\u00fcsschen. Abschluss-Frage: Was ist daran so sch\u00f6n, dass einem ein fremdes Haar in der Nase juckt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeil es Dein Haar ist. Weil wir hier liegen. Weil ich nicht daran gedacht habe, dass es noch einmal so sch\u00f6n ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, so ist das. Ich lache vor Gl\u00fcck \u2013 so einfach ist das.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>scheisszeitenwende 89 &nbsp; Er hatte ganz vergessen, dass Frauenhaar riecht. Dass es Augenblicke gibt, in denen nicht mal das Kitzeln von Frauenhaaren in der Nase st\u00f6rt. Sie r\u00e4kelt sich. \u201eWas ist mit Dir? Hast Du gerade gelacht?\u201c \u201eWei\u00df ich nicht. Aber mir ist nach Lachen.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201eErstens: Eins von Deinen Haaren juckt in meiner Nase. 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