{"id":5018,"date":"2022-09-20T16:17:19","date_gmt":"2022-09-20T16:17:19","guid":{"rendered":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=5018"},"modified":"2022-09-29T18:09:20","modified_gmt":"2022-09-29T18:09:20","slug":"wiesn-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wiesn-i\/","title":{"rendered":"WIESN I"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>scheisszeitenwende 10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Drei M\u00e4nner im Intercity nach M\u00fcnchen, heute ist Anstich auf der Wiesn, f\u00fcr morgen haben die Herren Pl\u00e4tze reserviert, heute gl\u00fchen sie im Speisewagen und sp\u00e4ter im Hofbr\u00e4uhaus vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei M\u00e4nner ohne Sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer hat das Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer guckt auf die Weiber, er ist ein charmanter Kraft-Kerl voller Jugend und beschafft zur Not auch drei Girls f\u00fcr einen Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dritte ist Gipser, vertr\u00e4gt viel Alkohol und kann auch gut raufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erste hat daheim eine Frau und kann sich das V\u00f6geln auf dem ganzen Globus leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zweite hat nichts und kann immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dritte wird wohl in gutding 20 Jahren am Suff sterben. Jetzt aber ist er ein Saufkumpan, mit dem man G\u00e4ule stehlen kann. Nach dem Koma steht er sofort wieder auf den Beinen und h\u00e4lt allerweil den Laden am Saufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei im Speisewagen auf dem Weg zur Wiesn. Das wird fein.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche M\u00e4nner, die dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Nein, nicht falsch verstehen: Tun tun sie auch nix f\u00fcr den Staat \u2013 wo k\u00e4men sie denn hin? Sie sind halt keine Hartz-IV-Weicheier.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erste sagt: \u201eNach meinem Herzinfarkt wird meine Frau das Geld auf den Malediven verjubeln. Gottseidank muss ich dann nicht mehr mit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zweite sagt: \u201eDu hast schon ein echtes Problem mit Deiner Alten. Tust mir Leid, ich mag Dich. Ich w\u00fcrde Dir sogar das Ding in den Popo schieben, wenn Du es wollen t\u00e4test. Mein Gott, bin ich froh, dass Du nicht schwul bist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dritte sagt: \u201eIch muss sehr aufpassen auf meine Freunde. Sie vertragen die Getr\u00e4nke nicht. Machen schnell schlapp. Wir sind jetzt dann auf der Wiesn, da geht es ums \u00dcberleben, da braucht es eine Kondition und einen, der einen \u00dcberblick hat. Das bin ja dann wohl ich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei M\u00e4nner bestellen die n\u00e4chste Lage und sind sehr laut. Wenn ihnen wer in die Quere kommt, fackeln sie nicht lange \u2013 das merkt man. Mit den Typen legt man sich besser nicht an. Die anderen G\u00e4ste sind verunsichert, der Wagen leert sich. Das juckt den Kellner rein gar nicht \u2013 er wei\u00df, dass er mit den drei M\u00e4nnern seinen Schnitt machen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt bestellen sie schon Schnaps.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei auf der Reise nach M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erste ist schon in Brasilien gewesen und hat alles genagelt, was einen glitterbraunen Wackel-Hintern hatte. Nach dem Urlaub ist er einen Monat kreuzkrank gewesen. Aber gelohnt hatte es sich sehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zweite war einmal in Z\u00fcrich. Au\u00dfenbezirk. Tabledance. Er ist einem super aussehenden Transvestiten an die W\u00e4sche gegangen. Als er merkte, dass die Frau ein Kerl war, hat er das Indiduum gr\u00fcn und blau geschlagen, dann wollte er den Laden auseinander nehmen. Man hat ihm (weil er ziemlich entschlossen wirkte und sehr kr\u00e4ftig ist) einen Gratis-Fick und ein Glas Sekt ausgegeben. Das war okay. Die Geschichte mag er selbst sehr gern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dritte reist nicht, er f\u00e4hrt nirgendwo hin. Wenn er im \u201eLamm\u201c daheim in \u00d6schlingen das Saufen anf\u00e4ngt, geht es mit ihm eh auf gro\u00dfe Tour. Da kann er prall berichten von der gro\u00dfen breiten Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn ihm dann noch einer einen ausgibt, werden es Geschchten aus Tausendundeiner N\u00e4chten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das mit der Wiesn \u2013 dieses Verreisen &#8211; ist eine Ausnahme. Das wird eventuell der gr\u00f6\u00dfte Trip seines Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Mal sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erste zahlt unger\u00fchrt und gibt ein herrliches Trinkgeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Da l\u00e4chelt der Kellner.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Wiedersehen, die Herren. Eine gute Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann stehen drei deutsche M\u00e4nner auf einem Bahnsteig und orientieren sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf geht\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>scheisszeitenwende 10 Drei M\u00e4nner im Intercity nach M\u00fcnchen, heute ist Anstich auf der Wiesn, f\u00fcr morgen haben die Herren Pl\u00e4tze reserviert, heute gl\u00fchen sie im Speisewagen und sp\u00e4ter im Hofbr\u00e4uhaus vor. Drei M\u00e4nner ohne Sorgen. Einer hat das Geld. 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