{"id":3662,"date":"2019-04-17T11:06:30","date_gmt":"2019-04-17T11:06:30","guid":{"rendered":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=3662"},"modified":"2019-04-17T11:06:33","modified_gmt":"2019-04-17T11:06:33","slug":"neapel-und-retour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/neapel-und-retour\/","title":{"rendered":"NEAPEL UND RETOUR"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\"><strong><em>Startschuss: 17. August 2019, 6.00 Uhr. Zielschluss: 18.\nAugust 2019, 12.00 Uhr. Dazwischen: 160 Kilometer zu Fu\u00df rund um Berlin. Das\nEvent hei\u00dft \u201cMauerweglauf\u201d. In \u201cVettensjournal\u201d das Protokoll der Vorbereitung.\nEs beginnt am 9. M\u00e4rz 2019 und endet am 17. August: 22 WOCHEN.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHast Du alles bekommen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenke schon.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGut. Wie geht es Dir?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlles okay.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eL\u00fcg\u2018 nicht! Hast Du\nSchmerzen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin bisschen. Aber nicht\nschlimm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn wir nach Hause\nkommen, legst Du Dich hin. Du bist noch krank.\u201c Sie hat die Hand auf sein Knie\ngelegt. F\u00e4hrt schlingernd aus dem Gewerbegebiet. Krohn grient.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas hast Du, was ist\nlustig?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er sieht sie an, sie\nkonzentriert sich auf die Stra\u00dfe und kann sich gegen Krohns Starren nicht\nwehren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kann\u2019s nicht\nglauben\u201c, sagt er. \u201eDass so eine tolle Frau so schlecht Auto f\u00e4hrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePorca miseria\u201c beginnt\nsie und l\u00e4sst eine Tirade gegen Hans Krohn los. Unverwandt sieht sie auf die\nStra\u00dfe und lenkt den Wagen in gro\u00dfz\u00fcgigen Schleifen \u00fcber die Gerade.\nTausendundeinmal habe sie es ihm schon erz\u00e4hlt, mit welcher Grandezza sie\nzuhause die Fahrpr\u00fcfung geschafft habe. In Neapel! Nach Neapel w\u00fcrden sie so\neinen wie den Krohn doch gar nicht mit dem Auto lassen, verloren w\u00e4re er da.\nUnd sie habe nicht mal 30 Fahrstunden gebraucht, dann sei sie die Meisterin des\nVolants gewesen. Was er sich \u00fcberhaupt einbilde, er der montanaro, der nur die\nKurven in den Alpen fahren k\u00f6nne, er der macho, der den Frauen am liebsten den\nF\u00fchrerschein zwicken w\u00fcrde, er, der Besserwisser\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Sie \u00fcberschl\u00e4gt sich\nfast. Wunderbar ist sie in Form. Sabrina liebt diese Nummer: Wenn er nichts\nmehr zu sagen hat und sich gegen ihr Italienisch-Sein so gar nicht wehren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Krohn mag diese\nAugenblicke auch, sie wei\u00df es. Er ergibt sich ihrem\nPresto-Prestissimo-con-Fuoco-Vivace-Vivacissimo-Affrettando-Incalzando. Eine\nFrau ohne Punkt und Komma.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie z\u00e4hlt auf, welche\nAutos sie schon gemeistert hat, dass sie sogar einmal ein Runde auf dem\nN\u00fcrburgring gedreht hat, auf dem N\u00fcrburgring, er wisse wohl zu sch\u00e4tzen, was\ndas bedeutet. Dass sie alle Rennen von Michael Schumacher gesehen hat, als der\nf\u00fcr Ferrari fuhr. Dass sie\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd da willst Du mir\nerz\u00e4hlen, dass ich schlecht Auto fahre. Ich sollte Dich aus dem Wagen\nschmei\u00dfen, Du hast es nicht verdient, Dass ich f\u00fcr Dich den Chauffeur mache.\nDas hast Du echt nicht verdient. Den Papst k\u00f6nnte ich fahren, und er w\u00fcrde mir\ndie H\u00e4nde k\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eReicht schon, Sabrina,\nhast Recht, Du bist die Beste \u2013 und ich liebe Dich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie steuert den Wagen in\neinen Feldweg. Was das nun wieder solle?<\/p>\n\n\n\n<p>Sie k\u00fcsst ihn auf den\nMund. Wenn er nicht dieses Dingsda in seiner Hose h\u00e4tte, gurrt sie, dann w\u00e4re\ner jetzt f\u00e4llig.<\/p>\n\n\n\n<p>Krohn sp\u00fcrt die Erektion,\nsie ist unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLass das, ist nicht\ngut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Okay sagt sie, ruckelt\nsich sittsam auf dem Fahrersitz zurecht, setzt den Wagen zur\u00fcck, wendet, biegt\nwieder auf die Landstra\u00dfe, die sich in langen Geraden eine Bresche durchs Moos\nschl\u00e4gt. Sabrina konzentriert sich aufs Fahren, Krohn blickt ins Land. Auf den\nFeldern steckt der Mais die Spitzen aus der Erde. Ein Bauer hat einen Streifen\nErde parat f\u00fcr Spargel gemacht, die akkurat geh\u00e4uften Reihen erinnern an\nStretch-S\u00e4rge. Ein Bussard hockt auf einem Zaunpfahl und hat alle Zeit der\nWelt. Die Berge im S\u00fcden haben noch wei\u00dfe Gipfel, aus den Flanken ist der\nletzte Schnee verschwunden. Krohn denkt, dass er eigentlich jetzt dort h\u00e4tte\nsein wollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Er sieht zu Sabrina, die\nsich konzentriert. Sch\u00f6n ist sie \u2013 man mag nicht glauben, dass sie bei ihr den\nKrebs gefunden haben. Er mag nicht dran denken, dass er sie in ein paar Tagen\nins Krankenhaus bringen muss und sie ihr ein St\u00fcck des K\u00f6rpers weg schneiden\nwerden. Mag sich gar nicht ausmalen, wie das sein k\u00f6nnte, ohne sie. <\/p>\n\n\n\n<p>Sie hat gesp\u00fcrt, dass er\nsie ansieht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMusst Dir keine Sorgen\nmachen\u201c, sagt sie. Ich mache mir auch keine.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Krohn wei\u00df, dass sie\nl\u00fcgt. Und sie wei\u00df, dass er\u2019s wei\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Startschuss: 17. August 2019, 6.00 Uhr. Zielschluss: 18. August 2019, 12.00 Uhr. Dazwischen: 160 Kilometer zu Fu\u00df rund um Berlin. Das Event hei\u00dft \u201cMauerweglauf\u201d. 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