{"id":3448,"date":"2017-12-15T20:41:11","date_gmt":"2017-12-15T20:41:11","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=3448"},"modified":"2017-12-15T20:41:11","modified_gmt":"2017-12-15T20:41:11","slug":"gelbe-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/gelbe-gefahr\/","title":{"rendered":"GELBE GEFAHR"},"content":{"rendered":"<p><b><i><span lang=\"EN-US\" style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201e2017\u201d*, Folge 90, 16. Dezember. \u201cDurchs Land\u201d\/XXXI<\/span><\/i><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bitterfeld. Die \u201eMitteldeutsche Zeitung\u201c wird definitiv nicht von Hei\u00dfbl\u00fctern gemacht. Die Damen und Herren w\u00e4gen sorgsam ab, bevor sie drucken. Allenfalls, wenn sie die lokalen Sportvereine anfeuern oder das Wetter kommentieren, vergessen sich die Blattmacher.<\/p>\n<p>Und auch wenn sie das Wort \u201eChina\u201c h\u00f6ren, wallt das Blut.<\/p>\n<p>Es scheint n\u00e4mlich so, als w\u00fcrden Wirtschafts-Scouts aus dem Reich der Mitte nur darauf warten, dass in den \u201ebl\u00fchenden Landschaften\u201c rund um Bitterfeld etwas schief l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Unl\u00e4ngst zum Beispiel musste man sich gro\u00dfe Sorgen um die Deutschen Magnetwerke aus Bitterfeld-Wolfen machen. Die hatten eine blitzsaubere Insolvenz hingelegt. Wurden dann aufgekauft von einem anderen s\u00e4chsischen Unternehmer.<\/p>\n<p>Jetzt berichtet die MZ:<\/p>\n<p>\u201eDie Werke wollen nach ihrer Insolvenz mit innovativen Werkstoffen neue Kunden gewinnen. Dazu sei eine Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle geplant, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Ulrich Spie\u00df.<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Derzeit fertige die Gie\u00dferei noch Alu-Nickel-Kobalt-Magnete, haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Autoindustrie. Die Konkurrenz und der Preisdruck durch chinesische Produkte seien jedoch hoch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Ziel der Kooperation ist die Entwicklung innovativer Werkstoffe \u2013 so kann man die Abh\u00e4ngigkeit vom chinesischen Markt f\u00fcr seltene Erden verringern und neue gie\u00dff\u00e4hige Verbindungen mit verbesserten magnetischen Eigenschaften entwickeln.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Aber die Kenner der Szene wissen: Da pfeifen die Deutschen laut im Keller. Die \u201eMitteldeutsche\u201c berichtet:<\/span><\/p>\n<p>\u201eDeutsche Unternehmen sind besorgt \u00fcber den wachsenden chinesischen Druck, Parteizellen gr\u00f6\u00dferen Einfluss in ihren Betrieben in China einzur\u00e4umen.<\/p>\n<p>Die Delegationen der deutschen Wirtschaft warnen, dass sich deutsche Unternehmen ,aus dem chinesischen Markt zur\u00fcckziehen oder ihre Investitionsentscheidungen \u00fcberdenken\u2018 k\u00f6nnten, wie aus Erkl\u00e4rung auf der Webseite der Auslandshandelskammer (AHK) in China hervorging.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberall ist sie in Bitterfeld zu sp\u00fcren, die gelbe Gefahr.<\/p>\n<p>\u201eDer Aluminium-Spezialist Trimet verkauft die Mehrheit seiner Automobilzulieferer-Sparte an das chinesische Unternehmen Bohai Automotive Systems. Die ostdeutschen Standorte in Harzgerode (Landkreis Harz) und S\u00f6mmerda (Th\u00fcringen) haben damit einen neuen Besitzer.<\/p>\n<p>Trimet selbst spricht von einem ,Joint Venture\u2018, das die Automobil-Standorte in Harzgerode und S\u00f6mmerda ,nachhaltig st\u00e4rkt und die Arbeitspl\u00e4tze zukunftsf\u00e4hig macht\u2018. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie war das?<\/p>\n<p>Genau.<\/p>\n<p>Im Keller wird gepfiffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim Pfeifen hilft Klaus Griesar, Vorstand der \u201eVereinigung Chemie und Wirtschaft\u201c, der in Bitterfeld-Wolfen den Menschen Mut macht:<\/p>\n<p>\u201eVor der Industrialisierung wurde um 1830 in China etwa ein Drittel des Weltbruttosozialproduktes erwirtschaftet. Gerade Massenprodukte wie Kunststoff oder Gummi werden heutzutage in der Volksrepublik produziert. Es findet ein Aufholprozess statt, das zeigt ein Blick auf die Au\u00dfenhandelsbilanzen: China ist weiterhin Netto-Importeur von Chemikalien, Deutschland ist weiterhin Export-Weltmeister.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also, alles gut?<\/p>\n<p>Neenee. Wir lesen auch, dass die \u00dcbernahme-Aktivit\u00e4ten aus Fernost nicht mal vor dem heiligen Sport Halt machen.<\/p>\n<p>\u201eAus den Vereinen, die schon Beziehungen nach China pflegen, hei\u00dft es: Der erste Schritt sei getan. Das hei\u00dft aus deutscher Perspektive nicht, dass automatisch der zweite folgt. Die Chinesen sehen das anders, verhalten sich offensiver, fordern mehr. Der deutsche Markt gilt als solide und verl\u00e4sslich, wer hier einen Fu\u00df in der T\u00fcr hat, wird so schnell nicht wieder heraus geworfen.<\/p>\n<p style=\"background-clip: border-box; background-origin: padding-box; background-position-x: 0%; background-position-y: 0%; background-size: auto; box-sizing: border-box; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-attachment: scroll; word-spacing: 0px; margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;\">Das Interesse der Chinesen ist Ausdruck ihres Geltungsbed\u00fcrfnisses. Die stolze Nation will f\u00fchrend sein in allem, was mediale Aufmerksamkeit erreicht. Das ist im Sport \u2013 neben Olympia und der Formel 1 \u2013 vor allen Dingen der Fu\u00dfball.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hans Krohn mag nicht mehr dr\u00fcber nachdenken. Er erinnert sich, dass es mal einen Kollegen gegeben hat, der sich am Ph\u00e4nomen China versucht hat, als das politisch gar nicht so gern gesehen wurde.<\/p>\n<p>1959 reiste der Bitterfelder Fotograf Wolfgang G. Schr\u00f6ter im Auftrag der DDR-Illustrierten \u201eFreie Welt\u201c nach China. Im Reich der Mitte gab\u2019s damals eine ehrgeizige Kampagne mit dem Motto \u201eDer Gro\u00dfe Sprung nach vorn\u201c. China sollte binnen weniger Jahre in einen modernen Industriestaat umgewandelt werden.<\/p>\n<p>Schr\u00f6ter fotografierte Chinesen, die es nicht drauf hatten. Sie fuhren auf klapprigen R\u00e4dern und buckelten im Akkord, ohne wirklich Gro\u00dfes zu leisten. Sie ern\u00e4hrten sich von Reis und wuschen sich in dreckigen Fl\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das alles knipste der DDR-Fotograf. Kam zur\u00fcck, die Geschichte druckte in der \u201eFreien Welt\u201c. Der \u201egro\u00dfe Sprung\u201c mi\u00dfriet zur gigantischen Bruchlandung.<\/p>\n<p>Da war man dann aber beruhigt in Bitterfeld und dem Rest der Republik. Und richtete sich auf ein n\u00e4chstes tausendj\u00e4hriges Reich ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><strong><em>xxx<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Was Eve an Sebastian Krohn gefiel?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Er war so sch\u00fcchtern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Er bekam den Mund nicht auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Er hatte noch nie zuvor mit einem M\u00e4dchen poussiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Sebastian Krohn war so brav, dass er gar kein richtiger Kerl war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Aber er langweilte auch nicht. Er konnte wundersch\u00f6n zeichnen, stellte sich beim Sport geschickt an, begleitete sie ins Kino, h\u00f6rte zu, merkte sich alles, er war echt ein gescheiter Bursch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Sch\u00f6n. So hatte Eve sich das vorgestellt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Sie angelte sich den jungen Mann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Fehler! <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN-US\" style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><i><span lang=\"EN-US\" style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">*\u201c2017\u201c beginnt in der Kalenderwoche 38 des Jahres 2017 und endet am 31. Dezember. Thema: 105 Tage Deutschland. Unterwegs in der \u201eHeimat\u201c.<\/span><\/i><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e2017\u201d*, Folge 90, 16. Dezember. \u201cDurchs Land\u201d\/XXXI &nbsp; Bitterfeld. Die \u201eMitteldeutsche Zeitung\u201c wird definitiv nicht von Hei\u00dfbl\u00fctern gemacht. Die Damen und Herren w\u00e4gen sorgsam ab, bevor sie drucken. Allenfalls, wenn sie die lokalen Sportvereine anfeuern oder das Wetter kommentieren, vergessen sich die Blattmacher. Und auch wenn sie das Wort \u201eChina\u201c h\u00f6ren, wallt das Blut. Es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3162,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[881,4],"tags":[898],"class_list":["post-3448","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-d2017","category-journal","tag-898","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3448"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3449,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3448\/revisions\/3449"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}