{"id":3210,"date":"2017-10-07T18:18:42","date_gmt":"2017-10-07T18:18:42","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=3210"},"modified":"2017-10-07T18:19:18","modified_gmt":"2017-10-07T18:19:18","slug":"wohin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wohin\/","title":{"rendered":"WOHIN?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>\u201c2017\u201d*, Folge 15, 2. Oktober, Wolken.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es ist nichts los, da oben im Wald. Edmund mag den Vater nicht mehr auf der Pirsch begleiten. Edmund mag nicht in die Schule, wo sie ihn als den \u201cGr\u00fcnen\u201d h\u00e4nseln. Edmund hasst die Gartenzwerge in der Gemeinde. Fu\u00dfball mag er nicht, die Schulb\u00fccher\u00a0 liest er nicht. Nein! Nein! Er wei\u00df \u00fcberhaupt nicht, was er mag.<\/p>\n<p>In Schmitten verliebt er sich in Fr\u00e4ulein Durbein, die Lehrerin. Er legt ihr einen Blumenstrau\u00df aufs Katheder \u2013 sie schaut \u00fcber die Klasse hinweg, mit diesem strengen Blick, der Edmund einen sch\u00f6nen Schauer macht. Dann macht sie weiter im Stoff, als sei nichts geschehen. Nach dem Unterricht l\u00e4sst sie die Blumen liegen.<\/p>\n<p>Echt nichts los. Edmund hat nicht mal eine R\u00f6hrenjeans. Der Plattenspieler geh\u00f6rt dem Papa. Der h\u00f6rt Hans Albers. Oder Freddy Quinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Keine Freunde, keine Liebe, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>wie es fr\u00fcher, fr\u00fcher einmal war. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Hoffnungslos ist keiner auf der Welt. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Einmal kommt f\u00fcr jeden die Zeit. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Und ich wei\u00df, ich wei\u00df das Schicksal <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>h\u00e4lt auch f\u00fcr mich noch einmal bereit: <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Ein paar Freunde, eine Liebe, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>daran denke ich das ganze Jahr. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Ein paar Freunde, eine Liebe, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>wie es fr\u00fcher, fr\u00fcher einmal war. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Ein paar Freunde, eine Liebe, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>ein Zuhause, ein Gl\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p>Das legt der Vater auf und wird ganz anders. Er umgreift seine Frau, die bekommt ein sch\u00f6nes weiches Gesicht.<\/p>\n<p>Sie tanzen. Die T\u00fcr geht zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eddy, der Eddy von 2017 \u2013 hat feuchte Augen. \u201cJunge, fahr nie wieder hinaus\u201d hat seine Mutter gesummt, er h\u00f6rt es heute noch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber die Jungs m\u00fcssen hinaus. Auch Edmund, der \u201cGr\u00fcne\u201d aus dem Forsthaus, unterm Feldberg.<\/p>\n<p>Er steht mit einem Pappkoffer an der Passstra\u00dfe und wartet auf den Bus nach Frankfurt.<\/p>\n<p>Die Mutter wischt sich die Augen, der Vater dr\u00fcckt ihm einen Zehner in die Hand.<\/p>\n<p>\u201cPass auf Dich auf.\u201d<\/p>\n<p>Der Vater sieht \u00fcberhaupt nicht gro\u00df aus. Er hat Angst. Der Vater, wohlgemerkt.<\/p>\n<p>Edmund hat keine Angst.<\/p>\n<p>Er hat \u2013 nix.<\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>*\u201c2017\u201c beginnt in der Kalenderwoche 38 des Jahres 2017 und endet am 31. Dezember. Thema: 105 Tage Deutschland. Unterwegs in der \u201eHeimat\u201c.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201c2017\u201d*, Folge 15, 2. Oktober, Wolken. Es ist nichts los, da oben im Wald. Edmund mag den Vater nicht mehr auf der Pirsch begleiten. Edmund mag nicht in die Schule, wo sie ihn als den \u201cGr\u00fcnen\u201d h\u00e4nseln. Edmund hasst die Gartenzwerge in der Gemeinde. Fu\u00dfball mag er nicht, die Schulb\u00fccher\u00a0 liest er nicht. Nein! Nein! 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