{"id":2804,"date":"2017-02-22T14:08:26","date_gmt":"2017-02-22T14:08:26","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=2804"},"modified":"2017-02-24T19:02:22","modified_gmt":"2017-02-24T19:02:22","slug":"alte-wut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/alte-wut\/","title":{"rendered":"ALTE WUT"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">14. februar, petersburg west virgina, 12 grad, ein wenig sonne\/lindow, 0 grad, heiter\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em><strong>&#8212;&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 winter 16\/17, Folge 36<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Eigentlich wollte Gereald Bland \u00fcber seinen \u201eBuffalo\u201c und die Notwendigkeit von Waffen in Petersburg\/West Virginia und dem Rest der Welt reden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Doch auf dem Weg durch sein Museum kommt ihm das Fernsehen ins Gehege.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Also, nicht dass sein Armeemuseum so wichtig w\u00e4re, dass die TV-Typen jetzt live in seinem B\u00fcro auf ihn warteten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Aber da ist der kleine Apparat, der unabl\u00e4ssig sendet, wenn Gereald in der N\u00e4hre ist. Schlie\u00dflich ist der Betreiber des \u201etop Kicks Military Museum\u201c ein weltoffener Mann, der wissen will, wie sich der Globus dreht. Gerade in diesen Tagen der neuen Regierung in Washington hat Gereald gerne die Finger am Puls der Zeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Er wirft einen kurzen Klick auf den Apparat, und ihm fehlen die Worte:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Michael Flynn, Sicherheitsberater von Donald Trump, hat die Brocken hingeschmissen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Gerade zeigen sie ihn im Fernsehen, wie er sich erkl\u00e4rt. Ich stehe zu unserem Pr\u00e4sidenten. Donald Trump ist ein Geschenk f\u00fcr Amerika. Aber die Anschuldigungen der Presse machen es unm\u00f6glich\u2026\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Gereald Bland kneift die Augen zusammen und ist nur noch ein zorniger Krieger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201eHaben sie\u2019s also geschafft mit ihren L\u00fcgen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Er strafft sich, als er Flynn weiter zuh\u00f6rt. W\u00e4hrend seiner gesamten Karriere, sagt der Politiker, habe er Wert auf Ehrbarkeit und Aufrichtigkeit gelegt. Es sei ihm eine gro\u00dfe Ehre gewesen, mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump zusammenzuarbeiten, ja, seine Regierung werde in die Geschichte eingehen\u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Ein Journalist quatscht dazwischen. Er, Flynn, habe doch den Trump-Vize Mike Pence belogen, als der ihn nach seinen Kontakten zu Moskau befragte. Schlie\u00dflich habe er, Flynn, vor den Wahlen schon den Russen Zugest\u00e4ndnisse gemacht, die er nie h\u00e4tte machen d\u00fcrfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Ein Versehen, alles musste so schnell geschehen, da habe er dem Vize wohl was Falsches erz\u00e4hlt, erkl\u00e4rt Flynn. Er hat Pence nicht angelogen, nein, das w\u00fcrde er nie tun. \u201eDas waren unbeabsichtigt unvollst\u00e4ndige Informationen \u00fcber meine Telefongespr\u00e4che mit dem russischen Botschafter. Mehr war das nicht. Aber die Presse\u2026\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Gereald Bland kann es nicht mehr h\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201eIch kann Euch jetzt nicht \u00fcber den ,Buffalo\u2018 erz\u00e4hlen. Ich muss mich erst beruhigen. Kommt morgen wieder.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Unger\u00fchrt steht drau\u00dfen der \u201eBuffalo\u201c in der warmen Wintersonne und setzt Rost an.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Der Mann vor seinem Hof hat sich noch nicht ganz beruhigt. Die Augen des Mannes sind w\u00e4ssrig blau, rot ge\u00e4dert, unter dem rechten w\u00f6lbt sich eine purpurdunkle Warze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cNochmal, f\u00fcr den Fall, dass Du schlecht h\u00f6rst: Was suchst Du hier auf meinem Grund?\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Man nehme gerade eine Auszeit vom Stadtleben, lasse sich so \u00fcber Land treiben. Schriftsteller sei man. \u201cUnd Ihre alten Fahrzeuge erz\u00e4hlen von Zeiten, die uns gerade verloren gehen. Habe gedacht, dass ich vielleicht was dar\u00fcber schreibe.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDann biste sowas wie der Strittmatter. Der hat hier in der N\u00e4he gewohnt.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Der Strittmatter? Der Typ sieht wild aus, aber er hat Strittmatter im Kopf. Kann so schlimm nicht sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cJa, kann man so sagen. Der Vergleich gef\u00e4llt mir. Ja, Strittmatter ist gut.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Der Andere l\u00e4chelt. Lauernd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cEugen hei\u00dfe ich. Matuschke. Familie kommt aus Ostpreussen.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Seit wann denn\u00a0 die Matuschkes auf diesem Hof leben?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cIch bin hier geboren. Der Vater hat den Hof nach dem Krieg \u00fcbernommen. Die Familie ist nachgekommen. Ich bin Jahrgang \u201948. Willste mehr wissen?\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Ja, gerne.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDa hinten ist eine Bank. Komm, mein Freund.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Matuschke bleibt stehen, nimmt einen Schluck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cIch habe Dir doch gesagt, dass meine Leute aus Ostpreussen sind. Ja, das sind wir. Wir sind bekannt f\u00fcr unsere Dicksch\u00e4del. Vor allem mein Vater hat einen Dicksch\u00e4del gehabt. Ein Bein zu wenig, aber einen Kopf wie Holz.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cWo in Ostpreussen sind Sie geboren?\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDu wirst mich nicht st\u00f6ren, ich mag das nicht. Du wirst einfach nur gut zuh\u00f6ren. Bist Du der Strittmatter oder nicht? Glaubst Du, der h\u00e4tte schreiben k\u00f6nnen, wenn er dauernd gequatscht h\u00e4tte? Also: Ohren auf!\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Eugen Matuschke hat eine unangenehme Art zu reden. Er moduliert nicht. Sein Singsang geht einem schnell auf den Zeiger. Aber Achtung! Matuschke l\u00e4sst beim Vortrag den Gegen\u00fcber nicht aus den Augen. Er greift mit b\u00f6sem Blick an. \u201cMein Freund\u201d sagt er, und es klingt wie eine Drohung. Matuschke macht allen Vorw\u00fcrfe. Er erkl\u00e4rt, dass alle schlecht seien, schlecht und undankbar. \u201cDamals, zu meiner Zeit\u201d, sagt er, \u201cdamals konnte man sich noch freuen, mein Lieber. Merk\u2019 Dir: Freuen kann man sich nur, wenn man in Not ist.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Er trinkt z\u00fcgig, aber er wird nicht besoffen. Nur die Augen r\u00f6ten sich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201eDie Heimat ist Ostpreussen. Mein Vater hat es aus dem Krieg nicht mehr nach Hause geschafft, weil es kein Zuhause mehr gegeben hat. Die Mutter ist mit dem Rest der Familie hierher \u2013 jeder hat gerade mal so viel dabei gehabt, wie er tragen konnte. Der Krieg, der Hitler, der Ami, die Russen haben meiner Familie alles weg genommen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Wir hatten zuhause ein gro\u00dfes Haus am Marktplatz, meine Eltern waren geachtete Leute in Elbing. Der Vater, mit dem sich keiner angelegt hat, wegen seinem Dickkopf und so. Und die Mutter, das war eine Gesch\u00e4ftsfrau, der keiner was vor machte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Meine Geschwister sind in Elbing geboren, die Schwester war in der Vierten, als der Krieg zu Ende ging. Mich haben die Eltern hier in Brandenburg gemacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Aber deswegen bin ich doch keiner von den Schwachk\u00f6pfen hier. Mein Blut ist ostpreussisch, ich bin da stolz drauf.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Matuschke nimmt einen Schluck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cSchau, vor ein paar Jahren habe ich mir das mit dem Internet beibringen lassen. Jetzt kann ich immer die Filme \u00fcber die Heimat anschauen. Ich zeige sie Dir. Warte hier.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Nach ein paar Minuten kommt er zur\u00fcck. Er hat sich eine Hose und einen warmen Pullover angezogen, den Mantel wieder \u00fcbergeworfen und tr\u00e4gt einen schmuddligen Laptop unterm Arm. Er schaltet den Computer ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Es sind Bilder aus einer verschwundenen Welt. Die Musik kommt von Wagner. Die Sprecher schwelgen in deutschem Basstum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Elbing.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Vorspann:<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDie Stadt wurde im Jahre 1237 in Pogesanien, damals Teil des Deutschordenslandes, nahe dem altpreussischen Handelsort Truso an der Bernsteinstra\u00dfe gegr\u00fcndet. Diesen Ort Truso am Flusse Ilfing erw\u00e4hnt schon der angels\u00e4chsische Reisende Wulfstan im Jahre 900. 1241 erhielt Elbing das Stadtrecht nach L\u00fcbischem Recht.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cWei\u00dft Du, wenn ich unseren Fischfang in die Stadt brachte, in unser Elbing \u2013 es war immer wieder sch\u00f6n.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDa waren dann die H\u00e4user, die wunderbaren B\u00fcrgerh\u00e4user mit ihren Jahrhunderte alten Giebeln. Richtig angekuschelt lagen die H\u00e4user um die Kirche herum. Das Altersheim schenkte seine Geborgenheit an alle, die m\u00fcde Glieder hatten. Es war heimisch und sauber wie die ganze Stadt.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cOben standen die Leute auf den Br\u00fccken. Wo sie jetzt wohl sind?\u201d<\/span><\/i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cJeder von ihnen hatte seine Sorgen. Aber man war zuhaus\u2018. Man hielt auf gute Nachbarschaft.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDas war keine Hetzerei.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cJa, in unserem Elbing, da wohnten flei\u00dfige und bescheidene Menschen. \u201c<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDie wussten von der H\u00e4nde Arbeit, was ein Groschen wert war.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cAn jedem Haus merkte man, wie der Flei\u00df Stein um Stein aufgebaut hatte. Wir wussten noch nicht, was die Zukunft bringen wird. Aber stolz waren wir auf die Vergangenheit. Blitzblank sah es in der K\u00fcche aus. Da sa\u00dfen wir dann und sprachen von der Arbeit, die kommen w\u00fcrde. Und sprachen von den Erinnerungen. Der Ofen h\u00f6rte zu. Das sch\u00f6ne Land belohnte jeden Tropfen Bauernschwei\u00df mit guter Ernte. Wie hei\u00dft es doch: Nicht das Schwert regiert das Land, sondern der Pflug. Und der Acker gehorcht nicht dem Szepter, sondern der schwieligen Faust.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cEs lag Gottes Segen auf diesem Fleckchen Erde.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Die Show ist zu Ende. Matuschke schlie\u00dft das Programm.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cHaste gelesen, was da zum Schluss gestanden hat?\u201d, will er wissen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Nicht?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDann sage ich es Dir noch einmal. Ich kann es auswendig. Das sollte man jedem Deutschen einbl\u00e4uen:<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cIn Gedenken an alle deutschen Einwohner, die aus dieser Stadt vertrieben, entrechtet oder ermordet wurden.<\/span><\/i><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0In Liebe zu Westpreussen und zum Wahren Ostdeutschland.\u201d<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u201cDu willst jetzt gehen, was?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Nee, so nicht!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Du hast wissen wollen, was hier vor sich geht. Also gut, ich erz\u00e4hle es Dir. Du bleibst sitzen. Denn jetzt kommt die Geschichte. Du hast meine Maschinen fotografiert. Ich werde Dir von den Maschinen erz\u00e4hlen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Von den Maschinen erz\u00e4hle ich Dir. Und von der DDR und dem ganzen Beschiss. Und von der Treuhand. Und von der Merkel. Und dem ganzen \u00dcber-Beschiss.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">B\u00f6ses Lachen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Eugen trinkt und redet. Redet und trinkt. Bosheit und Wut fluten ihn.\u00a0 Wellen des Zorns schlagen \u00fcber ihm zusammen. Zorn \u00fcber die Ungerechtigkeit. Zorn \u00fcber die Geburt am falschen Ort. \u00dcber den Diebstahl jeder Heimat. \u00dcber seine Eltern, auf die er nicht zornig sein durfte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\">Trinken. Reden. Reden. Reden. Den Ton nicht wechseln. Die W\u00f6rter kommen stet und unaufhaltsam. Es gibt keinen Punkt und kein Komma in diesem Reden. Keine Wichtigkeit, keine Nebensache. Das ist ein Monolog wie eine Gehirnw\u00e4sche.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 18pt;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14. februar, petersburg west virgina, 12 grad, ein wenig sonne\/lindow, 0 grad, heiter\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8212;&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 winter 16\/17, Folge 36 &nbsp; Eigentlich wollte Gereald Bland \u00fcber seinen \u201eBuffalo\u201c und die Notwendigkeit von Waffen in Petersburg\/West Virginia und dem Rest der Welt reden. Doch auf dem Weg durch sein Museum kommt ihm das Fernsehen ins Gehege. 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