{"id":2074,"date":"2015-08-28T04:52:18","date_gmt":"2015-08-28T04:52:18","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=2074"},"modified":"2015-08-28T04:52:18","modified_gmt":"2015-08-28T04:52:18","slug":"voll-der-promi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/voll-der-promi\/","title":{"rendered":"VOLL, DER PROMI"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><em><strong>sommer zwanzichfuffzehn XXXIII<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Sabrina kam vom Markt, es war kurz nach acht, Krohn lag auf dem Hotelbett und sah fern.<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Du&#8221;, sagte sie, ich habe feine Sachen mitgebracht. Lass uns einen sch\u00f6nen Abend machen.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Er l\u00e4chelte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Kein Sex, stimmt&#8217;s?&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Bist Du b\u00f6se?&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nein, sie w\u00fcrden sich einen sch\u00f6nen Abend. Sie brauchten eine Pause. Eine Geschichte wolle sie schon h\u00f6ren, erkl\u00e4rte Sabrina, sie habe sich daran gew\u00f6hnt. Das sei wie fr\u00fcher, als ihr der Papa jeden Abend etwas vorgelesen h\u00e4tte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ja die Geschichte g\u00e4be es sp\u00e4ter. Nun gab es erstmal italienische Hartwurst mit viel Knoblauch drin und einen K\u00e4se aus Apulien. Flaumig-krustiges Wei\u00dfbrot, einen leichten Roten aus dem Trentin. Weintrauben.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und &#8220;Promi Big Brother&#8221;. Dort betrank sich der S\u00e4nger Nino de Angelo. Man konnte zusehen, wie ihm alles entglitt, er zum heulenden Elend wurde. Er sprach mit einem Papier-Wesen, &#8220;Was haben Sie mit Dir gemacht, Rudi?&#8221; klagte er. Er wollte nicht mehr und tobte &#8220;Lasst mich hier raus&#8221;, er erkl\u00e4rte &#8220;Ich will Euer Schei\u00df-Geld nicht&#8221;.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gebannt sah Sabrina &#8211; sie sah wunderherrlich aus in ihrem schlabbrigen Trainingsanzug &#8211; zu. &#8220;Sch\u00e4mt der sich nicht? Sch\u00e4men die vom Fernsehen sich nicht?&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Wenn es Dir nicht gef\u00e4llt, schalten wir aus.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sie kicherte. <\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Nein, das tun wir nicht. Ich finde Sch\u00e4men sch\u00f6n.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sp\u00e4ter gab es noch den ersten Teil der n\u00e4chsten Gute-Nacht-Geschichte. Das sei&#8217;s, sagte Hans, f\u00fcr Erste mit den Geschichten. Dann m\u00fcsse er sich aufmachen und neue suchen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Du willst weg?&#8221; Sabrina setzte sich auf.<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8220;Nein. Wenn Du mich aush\u00e4ltst, will ich nicht weg von Dir.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gut Sie legte sich wieder neben ihn. &#8220;Gut. Dann erz\u00e4hl.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Udo b\u00f6lkte innerlich vor Vergn\u00fcgen: Manchmal fielen ihm doch echt witzige Wortspiele ein.<\/p>\n<p>Er bestellte einen weiteren Klaren und ein Pils und kicherte noch einmal.<\/p>\n<p>Welcher Teufel hatte ihn mit diesem Tipp geritten? Er war ein Profi\u00a0 &#8211; und kein Profi von Berlin h\u00e4tte auch nur einen Cent auf \u201eNalinas Flashlight\u201c als Sieger gesetzt.<\/p>\n<p>Er hatte es aber getan<em>. Welcher Teufel hatte ihn wohl da\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026naja: Wortspiel. Reiten. Wettbahn. \u201eNalinas Flashlight\u201c\u2026<\/em><\/p>\n<p>Udo Krawittke f\u00fchlte sich albern. Das lag wohl auch am Alkohol. Normalerweise trank Udo keinen Alkohol. Er war \u00fcberhaupt ein Mensch ohne gro\u00dfe Anspr\u00fcche. Kaum Alkohol. Er rauchte nicht, hatte kein Auto, verreiste nicht. Okay, der Computer in seinem Bauwagen war vom Feinsten \u2013 aber dann hatte es sich auch mit Luxus in Udos Leben.<\/p>\n<p>An diesem Abend freilich war ihm nach Feiern. Wie oft sa\u00df er hier oben im Restaurant \u00fcber der Trabrennbahn Mariendorf? Drei-, viermal im Jahr. Das Restaurant war nichts f\u00fcr einen Menschen, der jeden Euro dreimal umdrehen musste, bevor er ihn ausgab.<\/p>\n<p>Dass er nun doch am Fenster sa\u00df, einen Bildschirm vor sich und die Bahn unter sich hatte, verdankte er \u201eNalinas Flash\u201c.<\/p>\n<p><strong>Sabrina war eingeschlafen. Naja, dann w\u00fcrde Hans morgen weiter erz\u00e4hlen. Er legte sich hinter ihren K\u00f6rper, dr\u00fcckte sein Geschlecht gegen ihren Hintern und genoss seine laue Erregung.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>sommer zwanzichfuffzehn XXXIII Sabrina kam vom Markt, es war kurz nach acht, Krohn lag auf dem Hotelbett und sah fern. &#8220;Du&#8221;, sagte sie, ich habe feine Sachen mitgebracht. Lass uns einen sch\u00f6nen Abend machen.&#8221; Er l\u00e4chelte. &#8220;Kein Sex, stimmt&#8217;s?&#8221; &#8220;Bist Du b\u00f6se?&#8221; Nein, sie w\u00fcrden sich einen sch\u00f6nen Abend. Sie brauchten eine Pause. 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