{"id":1760,"date":"2015-06-17T21:34:29","date_gmt":"2015-06-17T21:34:29","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=1760"},"modified":"2015-06-17T21:38:42","modified_gmt":"2015-06-17T21:38:42","slug":"bluht-wie-blod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/bluht-wie-blod\/","title":{"rendered":"BL\u00dcHT WIE BL\u00d6D"},"content":{"rendered":"<p class=\"teaser_cb\"><em><strong>lindow, 17. juni 2015<\/strong><\/em><\/p>\n<p class=\"teaser_cb\"><strong>Ratlosigkeit: Dieses Kraut ist ein kleines Gl\u00fcck. Es gedeiht und ist von einem sprudelfrischen Gr\u00fcn. Es schie\u00dft in die H\u00f6he, das Gr\u00fcn wird st\u00e4rker, die Stiele robuster. Es vermehrt sich &#8211; und der erste Jubel des G\u00e4rtner-Novizen weicht ungl\u00e4ubigem Staunen. Diese Minze vermehrt sich, ohn&#8217; Unterlass und ohne Scham. Sie schubst den Salat zur Seite und kugelt die Kohlraben aus der Balance. Sie wandert sogar an den Rand des Beets und lugt ins Grundst\u00fcck. Die Minze hat was von dem &#8220;Schwarm&#8221; bei Sch\u00e4tzing. Wenn man da nicht aufpasst, \u00fcbernimmt sie die Welt.<\/strong><\/p>\n<p class=\"teaser_cb\"><strong>Jetzt bekommt der G\u00e4rtner-Novize eine deftige Lektion im Fach &#8220;Dialektik&#8221; &#8211; das ist vereinfacht die ie Lehre von den Gegens\u00e4tzen in den Dingen beziehungsweise den Begriffen sowie die Auffindung und Aufhebung dieser Gegens\u00e4tze. <\/strong><\/p>\n<p class=\"teaser_cb\"><strong>Grob gesagt: Dass jede Rose Dornen hat, das ist Dialektik. Dass das Springkraut sich sehr h\u00fcbsch in Szene setzt, aber mit m\u00f6rderischem Egoismus alle Pflanzen der Nachbarschaft verdr\u00e4ngt &#8211; das ist der Gegensatz von sch\u00f6nem Schein und b\u00f6sem Sein. <\/strong><\/p>\n<p class=\"teaser_cb\" style=\"text-align: center\"><em><strong>Und die Minze: <\/strong><\/em><\/p>\n<p class=\"teaser_cb\" style=\"text-align: center\"><em><strong>DAS IST DIALEKTIK PUR!<\/strong><\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_1769\" aria-describedby=\"caption-attachment-1769\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1769 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4079-300x196.jpg\" alt=\"DSC_4079\" width=\"300\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4079-300x196.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4079-600x392.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4079.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1769\" class=\"wp-caption-text\">Zart naht das Unheil.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"teaser_cb\">Pefferminzpflanzen wuchern und wandern gerne. Ihr Wachstum d\u00e4mmt man ein, indem man sie in T\u00f6pfen, deren Boden man vorher mit einem Messer abgeschnitten hat, in die Beete setzt. <em>(Aus der Fachliteratur)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p>Die Pfefferminze w\u00e4chst in jedem Garten. Am liebsten mag sie Moor- und tonigen Kalkboden, dann treibt sie es besonders wild. Die Pflanze wird 30 Zentimeter bis zu einem Meter hoch. Sie hat vierkantige St\u00e4ngel und die l\u00e4nglich-elliptisch, schmaler werdenden und am Rand grob gezahnten Bl\u00e4tter. Die rosaroten Bl\u00fcten stehen in oftmals unterteilten, \u00e4hrenartigen Bl\u00fctenst\u00e4nden. Die heutige Minzart stammt von einem in England aufgetretenen Bastard ab. Seither wird die Kreuzung aus <em>Mentha crispa<\/em> und <em>Mentha aquatica<\/em> kultiviert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<figure id=\"attachment_1767\" aria-describedby=\"caption-attachment-1767\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1767 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4074-300x198.jpg\" alt=\"DSC_4074\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4074-300x198.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4074-600x397.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4074.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1767\" class=\"wp-caption-text\">Bald ist man sich gar nicht mehr gr\u00fcn.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8220;Die Pfefferminze ist au\u00dferordentlich pflegeleicht&#8221;, sagt <em>Stefano Airoldi<\/em>, eidgepr\u00fcfter Dipl. Pharmaberater und Kr\u00e4uter-Pfarrer, &#8220;sie kann sich jedoch wie Unkraut verbreiten, wenn sie nicht konsequent auf eine Fl\u00e4che begrenzt wird&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p>Die Pfefferminze bildet zahlreiche unter- und oberirdische Ausl\u00e4ufer. Wobei nur die unterirdischen der Vermehrung dienen. &#8220;Die Wurzeln sind zum Teil tiefer als 20 Zentimeter und immer auf der Suche nach Wasser. Wie viel von der Pflanze angebaut werden muss, h\u00e4ngt vom Bedarf ab. F\u00fcr gelegentliches W\u00fcrzen oder frischen, aromatischen Tee reicht etwa eine Fl\u00e4che von einem Quadratmeter. Soll ein eigener Wintervorrat angelegt werden, kann eine einfache Rechnung helfen, den Aufwand zu ermitteln: Um 200 Gramm Tee zu erhalten, muss ein Kilo frischer Pfefferminz-Bl\u00e4tter geerntet und getrocknet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p>&#8220;Sie neigt zum Wuchern \u2013 lassen Sie ausreichend Platz zu den n\u00e4chsten Pflanzen. Bevor Sie das Kraut in das Beet einpflanzen, sollten Sie eine Wurzelsperre einbringen. Ansonsten haben Sie irgendwann sehr viel Pfefferminze im Garten. Alternativ k\u00f6nnen Sie den Lippenbl\u00fctler auch mit einem Topf in die Erde setzen oder auch in einem sch\u00f6nen K\u00fcbel auf die Terrasse stellen.&#8221; <em>(Panorama)<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_1766\" aria-describedby=\"caption-attachment-1766\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1766 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4095-300x199.jpg\" alt=\"DSC_4095\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4095-300x199.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4095-600x397.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4095.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1766\" class=\"wp-caption-text\">And the Winner is: Minze!<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p>Aus der englischen K\u00fcche ist Pfefferminze nicht wegzudenken und gilt neben Thymian als wichtigstes Gew\u00fcrzkraut. Die T\u00fcrken sch\u00e4tzen sie als frische Joghurt-Beigabe. In Thailand werden Fischsuppen oder H\u00fchnergerichten mit Minze gew\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Das \u00e4therische \u00d6l der Pfefferminze besteht haupts\u00e4chlich aus Menthol (bis zu 50 Prozent), Menthon (10-30 Prozent) und Menthylacetat. Menthol und Menthylacetat sind f\u00fcr den erfrischenden und scharfen Geschmack verantwortlich. Beide \u00d6lbestandteile finden sich vor allem in \u00e4lteren Bl\u00e4ttern und werden dort mit Hilfe von Sonneneinstrahlung gebildet. Je intensiver und l\u00e4nger diese ist, desto h\u00f6her ist der Gehalt des \u00e4therischen \u00d6ls &#8211; deshalb schmecken und riechen Pfefferminz-Arten aus den s\u00fcdlichen L\u00e4ndern auch viel intensiver als in n\u00f6rdlichen Breitengraden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der Topf dient als Wurzelsperre f\u00fcr die Pfefferminze, erkl\u00e4rt die Zeitschrift \u00abGarten Flora\u00bb. Damit die wandernden Pflanzen auch wirklich darin bleiben, sollte der Topfrand drei bis f\u00fcnf Zentimeter aus der Erde ragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p>Wissenschaftler vom Hygiene-Institut der Universit\u00e4t Heidelberg fanden heraus, dass Pfefferminz\u00f6l virushemmende Eigenschaften bei den beiden Herpes-simplex-Virus-Haupttypen (HSV 1 und HSV 2) hat. H\u00f6here Konzentrationen des Pfefferminz\u00f6ls verringerten die Viruskonzentration im N\u00e4hrmedium um mehr als 90 Prozent. Die virushemmende Wirkung entfaltet sich dabei zeitabh\u00e4ngig und erreichte drei Stunden nach Beginn der Inkubation eine Virusabt\u00f6tungsrate von etwa 99 Prozent.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1765\" aria-describedby=\"caption-attachment-1765\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1765 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4098-300x200.jpg\" alt=\"DSC_4098\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4098-300x200.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4098-600x399.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC_4098.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1765\" class=\"wp-caption-text\">Und irgendwann hat das Beet den Salat. FOTOS: BARBARA VOLKMER<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left\">W\u00e4hrend viele Pflanzen der Naturheilkunde wegen der angeblich &#8216;nicht nachweisbaren Wirkung&#8217; in der Schulmedizin wenig Beachtung finden, hat die Pfefferminze einen unangefochtenen Stand. Die Studienlage ist beeindruckend. Unter dem englischen Stichwort &#8220;peppermint&#8221; werden bei einer Internetrecherche bei der international renommierten &#8220;National Library of Medicine&#8221; (gr\u00f6\u00dfte Bibliothek der Medizin\/USA, www.ncbi.nih.gov) etwa 300 Studien und Untersuchungen gelistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">xxx<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte alles so sch\u00f6n sein.<\/p>\n<p>Aber es kann auch entgleisen, wie bei &#8220;frag.mutti.de&#8221; aufgeschrieben. Da erz\u00e4hlt Valentine: &#8220;Pfefferminze wuchert wie wild, kann im Lauf der Jahre mehr oder weniger den halben Garten vereinnahmen. Wer das nicht will, kann die Minze mit einer Rhizomsperre Grenzen setzen: man nimmt einen alten Eimer, K\u00fcbel oder dergleichen, schneidet den Boden raus und versenkt das Ganze an der Stelle, an der die Minze dann bleiben soll, in den Boden sodass der obere Rand auf Bodenebene ist. In die Mitte die Minze pflanzen und sie bleibt wo sie sein soll. (Funktioniert auch bei anderen wuchernden Pflanzen wie Bambus). Trotzdem: das Zeug bl\u00fcht wie bl\u00f6d.&#8221;<\/p>\n<p>Und Mikro antwortet: &#8220;Habe gerade letzte Woche Pfefferminze ausgebuddelt, weil die Wurzeln sich schon in den Rasen verabschiedet hatten. Mann, war das eine Arbeit. Nun ist sie im Topf. Ich trinke gerne Selters mit frischer Pfefferminze drin und ein Stueck Zitrone.&#8221;<\/p>\n<p>Na, denn prosit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>lindow, 17. juni 2015 Ratlosigkeit: Dieses Kraut ist ein kleines Gl\u00fcck. Es gedeiht und ist von einem sprudelfrischen Gr\u00fcn. 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