{"id":1545,"date":"2015-05-20T21:19:42","date_gmt":"2015-05-20T21:19:42","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=1545"},"modified":"2015-05-20T21:23:46","modified_gmt":"2015-05-20T21:23:46","slug":"wie-nett","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wie-nett\/","title":{"rendered":"WIE NETT!"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div><em><strong>wien, 21. mai 2015<\/strong><\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Beim Gro\u00dftreffen der Meistersinger der leichten Muse in Wien hat es schon zu Beginn des Events ein paar Favoriten aus der Kurve getragen. Gestern flog beim Halbfinale des Grand Prix d&#8217;Eurovision die finnische Punkband Pertti Kurikan Nimip\u00e4iv\u00e4t (PKN) mit ihren vier behinderten Mitgliedern raus.<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Dabei hat selbst Arabella Kiesbauer in der letzten Woche gemeint, die Finnen-Buben seien nett, vielleicht w\u00fcrden sie in Wien was gewinnen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Arabella wer?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ja, genau. Die Frau Kiesbauer, die in Deutschland mal die Showszene aufgemischt hat. Die hatte die Schamlosigkeit im Fernsehen in bis dato ungekannter Weise ausgelebt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Eine Zeitlang konnte sich der deutsche Trash-Fan ein Fernsehen ohne die notorisch vitale Frau Kiesbauer nicht vorstellen. Dann hat es auch sie aus der Kurve getragen. Sie ist nach \u00d6sterreich zur\u00fcck gekehrt, nach Wien, wo ihre Heimat ist.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Und jetzt pr\u00e4sentiert sie den Grand Prix vor 200 Millionen Zuschauern.<\/div>\n<div>Wow! Das ist nun mal ein Comeback. Da lohnt es sich, die Dame ein wenig n\u00e4her zu besehen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Sie ist immer noch bester Laune, kann ihren Redefluss nicht d\u00e4mmen uns sieht einfach nett aus. Sie scheint gar nicht weg gewesen zu sein.<\/div>\n<div>Dabei hat sie sich schon sehr ver\u00e4ndert.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_1549\" aria-describedby=\"caption-attachment-1549\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1549 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Barbara-Ellen-Volkmer-00097-180x300.jpg\" alt=\"Barbara-Ellen-Volkmer-00097\" width=\"180\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Barbara-Ellen-Volkmer-00097-180x300.jpg 180w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Barbara-Ellen-Volkmer-00097-616x1024.jpg 616w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Barbara-Ellen-Volkmer-00097-600x998.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Barbara-Ellen-Volkmer-00097.jpg 1744w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1549\" class=\"wp-caption-text\">Manege frei! Die widerspenstigen K\u00fcnstler werden gez\u00e4hmt von der unverw\u00fcstlichen Arabella Kiesbauer. FOTOS: BARBARA VOLKMER<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<div><\/div>\n<div>Fr\u00fcher war sie mal frech.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Zehn Jahre lang moderierte sie eine l\u00e4rmende Talkshow, in der die G\u00e4ste mit Arabellas Hilfe den Rest ihrer W\u00fcrde abstreiften. Dann wurde sie weg gemobbt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>In ihrer Diktion h\u00f6rte sich das so an: &#8220;Ich will keinen Trend zu Tode reiten. Ich habe den Nachmittagstalk gepr\u00e4gt, der Nachmittagstalk hat die neunziger Jahre gepr\u00e4gt. Wir haben das Fernsehen demokratisiert. Jeder Mensch konnte pl\u00f6tzlich so reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Nat\u00fcrlich sind wir an Grenzen gegangen. Am Ende, nach 2700 Sendungen und \u00fcber 30 000 G\u00e4sten, war alles gesagt. Der Rest ist Schweigen.&#8221;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Es war ein Abgang im Groll:<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&#8220;Am Anfang wurde ,Arabella&#8217; in den Himmel gehoben und galt als Kultsendung. Aber dann gab es sehr viel Pr\u00fcgel. Ich stand oft stellvertretend f\u00fcr die ganze Formatgattung. Manchmal habe mich dabei gef\u00fchlt wie die Hexe, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden soll &#8211; von dem ich aber immer wieder versucht habe, mit erhobenem Haupt herunterzusteigen.&#8221;<\/div>\n<div><\/div>\n<p>Sie zog sich nach Wien zur\u00fcck, sie heiratete gut, bekam zwei Kinder, sah beim Opernball immer sehr fidel aus, machte hier mal ein bisschen Fernsehen, versuchte es da mal ein bisschen. Und dann:<\/p>\n<p>&#8220;Wie das Leben so spielt, gab es einen Anruf von Senderchef Martin Gastinger, der mich darauf ansprach, mich kurz zuvor im Dirndl gesehen zu haben. Da w\u00fcrde es doch wahnsinnig gut passen, wenn ich ,Bauer sucht Frau&#8217; moderieren w\u00fcrde, sagte er. Ich habe um eine Woche Bedenkzeit gebeten, aber der Gedanke f\u00fchlte sich sofort gut an. Insofern habe ich auf meinen Bauch geh\u00f6rt und das Angebot gerne angenommen.&#8221;<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Arabella Kiesbauer, die Lustig-Freche, hat sich gewandelt. Grauenvoll korrekt und politisch-sauber ist sie geworden. Sie k\u00f6nnte auch das Marketing der FP\u00d6 verantworten. Perfekt beherrscht sie es, viel zu reden und nichts zu sagen.<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<div>&#8220;Ich bin in einen funktionierenden Betrieb hinzugesto\u00dfen, denn das Team macht die Show ja schon jahrelang mit gro\u00dfem Erfolg. Und von den Bauern wurde ich gleich mal richtig eingebunden &#8211; da standen schon Dachdecken, K\u00fche melken, Stall ausmisten und das Tanzen mit der Volkstanzgruppe auf dem Programm. Das waren ganz neue Erfahrungen f\u00fcr mich.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Es ist ein sehr authentisches Format, das davon profitiert, dass wir in \u00d6sterreich eine gro\u00dfe Zahl an Menschen haben, die auf dem Land leben. So lange es alleinstehende Bauern gibt, wird es die Sendung auch geben. Man darf das aber tats\u00e4chlich nicht untersch\u00e4tzen: Die Bauern leben oft an entlegenen Orten, in denen man nicht so schnell zum Flirten in die n\u00e4chste Kneipe gehen kann. Sie besitzen also den ernsthaften Wunsch, die gro\u00dfe Liebe zu finden.&#8221;<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Sch\u00f6n. Sehr sch\u00f6n. Wir sind ger\u00fchrt.<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_1357\" aria-describedby=\"caption-attachment-1357\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1357 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_4269-300x225.jpg\" alt=\"IMG_4269\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_4269-300x225.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_4269-600x450.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_4269.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1357\" class=\"wp-caption-text\">Alle Augen auf sie! Die unvergleichliche Conchita Wurst.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<div>Die Dame ist mittlerweile in \u00d6sterreich so angesagt, dass sie als Gegenpol zur schrillen Conchita Wurst f\u00fcr Felix Austria die gro\u00dfe Diplomatin macht. Redet und sagt nichts. Sie verzapft den Schmarrn sogar im &#8220;Luxemburger Wort&#8221;:<\/div>\n<div>&#8220;Eine der wichtigsten Dinge, die noch anstehen, ist jetzt die Kleiderfrage &#8211; eine ganz heikle Sache, bei drei Damen\u2026<\/div>\n<div><\/div>\n<div>&#8220;Ja genau, vier Damen. Beim Entwurf und der Anfertigung wurde mit viel Feingef\u00fchl und R\u00fccksicht auf die Pers\u00f6nlichkeit jeder Einzelnen gearbeitet. Wir werden daher nur Ma\u00dfanfertigungen tragen, die man in keiner Boutique kaufen kann.&#8221;<\/div>\n<div>Und letzten Endes wird sie dann ernst, die Gute:<\/p>\n<div><\/div>\n<div>&#8220;Egal, wie gro\u00df die Show oder das Publikum ist \u2013 es soll immer professionell ablaufen und den Zuschauer unterhalten. Ob jetzt eine Million Menschen oder 200 Millionen, das macht im Endeffekt keinen Unterschied.&#8221;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wohl formuliert. So mag man es. \u00d6sterreich ist bereit f\u00fcr den Rest der Welt &#8211; Arabella wird es schon richten.<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wien, 21. mai 2015 Beim Gro\u00dftreffen der Meistersinger der leichten Muse in Wien hat es schon zu Beginn des Events ein paar Favoriten aus der Kurve getragen. Gestern flog beim Halbfinale des Grand Prix d&#8217;Eurovision die finnische Punkband Pertti Kurikan Nimip\u00e4iv\u00e4t (PKN) mit ihren vier behinderten Mitgliedern raus. 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