{"id":1453,"date":"2015-05-10T11:02:52","date_gmt":"2015-05-10T11:02:52","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=1453"},"modified":"2015-05-10T11:05:12","modified_gmt":"2015-05-10T11:05:12","slug":"das-pralle-leben-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/das-pralle-leben-2\/","title":{"rendered":"DAS PRALLE LEBEN"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>madrid\/berlin, 9. mai 2015<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Ist das geil oder ist das nicht geil? Du komplimentierst den Chapeau Claque auf den Schreibtisch. Der Foulard wird abgelegt, die Bouteille entkorkt. Du schenkst Ihr und Dir ein, r\u00fcckst die aphrodisierenden Weintrauben zurecht. Ein leichter Druck auf den On-Schalter, sanft gleitet die Mouse \u00fcbers Pad, klick, klick, klick &#8211; und Ihr seid in Madrid. F\u00fc\u00dfe hoch, noch f\u00fcnf Minuten, dann hebt sich der Vorhang des Teatro Real. Man wird Verdi geben. &#8220;La Traviata&#8221;. Und Ihr seid dabei. Mitten in Sch\u00f6neberg. In der ersten Reihe, im samtverbr\u00e4mten Vintage-Hausmantel. Mit dem Libretto oder so auf den Knien. Einen derartigen Opernbesuch habt Ihr noch nicht gehabt. Sowas hat es ja auch noch nicht gegeben:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em><strong>OPER! WELT-PREMIERE. LIVE. IM WEB. WOW!<\/strong><\/em><\/p>\n<div id=\"articletext\" class=\"articletext cXenseParse\">\n<p>Es ist eine neue Erfahrung. Gro\u00dfe Oper in den eigenen vier W\u00e4nden. Zum Auftakt \u00fcbertr\u00e4gt The Opera Platform Verdis &#8220;La Traviata&#8221; aus dem Teatro Real in Madrid. Im Laufe des Monats Mai folgen Kr\u00f3l Roger aus dem Royal Opera House Covent Garden, Kullervo aus der Finnish National Opera Helsinki und Valentina aus der Latvian National Opera Riga\u00a0(f\u00fcr die, die es interessiert: Details gibt es unter\u00a0www.theoperaplatform.eu).<\/p>\n<figure id=\"attachment_1464\" aria-describedby=\"caption-attachment-1464\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1464 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4722-300x300.jpg\" alt=\"IMG_4722\" width=\"300\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1464\" class=\"wp-caption-text\">Ermonela Jaho wird gleich die Gl\u00e4ser von der Tafel fegen. Und wir sind live dabei. FOTOS: BARBARA VOLKMER<\/figcaption><\/figure>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">Ein Dutzend Kameras verfolgen das Geschehen auf der B\u00fchne. Sound und Bildregie: perfekt, als ginge es um Olympische Spiele. Pausenf\u00fcller: von belehrender Leichtigkeit, mit eindrucksvollen Interviews. Informationen in drei Sprachen (Deutsch, Franz\u00f6sisch und Englisch):\u00a0Libretti, Ausz\u00fcge, Backstage-Reportagen, Dokumentarfilme \u00fcber die Berufe der Opernwelt.\u00a0Jeden Monat wird mindestens eine neue Oper aus Europa online gestellt. Die Produktionen sind in sechs Sprachen untertitelt (Deutsch, Franz\u00f6sisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Polnisch) und k\u00f6nnen sechs Monate lang on demand abgerufen werden.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">&#8220;Opera Platform&#8221; &#8211; das ist ein treffliches mediales Gesamtkunstwerk. Unterst\u00fctzt vom Programm &#8220;Kreatives Europa&#8221; der EU-Kommission, Partner sind der Dachverband f\u00fcr Opernh\u00e4user und -festivals in Europa &#8220;Opera Europa&#8221;, ARTE und 15 europ\u00e4ische Opernh\u00e4user: Belgien La Monnaie\/De Munt Br\u00fcssel; Deutschland Komische Oper Berlin, Oper Stuttgart; Finnland Finnish National Opera Helsinki; Frankreich Festival d&#8217;Aix-en-Provence, Op\u00e9ra national de Lyon; Gro\u00dfbritannien Royal Opera House Covent Garden, Welsh National Opera; Italien Teatro Regio di Torino; Lettland Latvian National Opera Riga; Niederlande Dutch National Opera Amsterdam; Norwegen Den Norske Opera og Ballett Oslo; \u00d6sterreich Wiener Staatsoper; Polen Teatr Wielki Opera Naradowa Warschau; Spanien Teatro Real Madrid.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_1462\" aria-describedby=\"caption-attachment-1462\" style=\"width: 283px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1462 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4703-283x300.jpg\" alt=\"IMG_4703\" width=\"283\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4703-283x300.jpg 283w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4703-967x1024.jpg 967w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4703-600x636.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4703.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1462\" class=\"wp-caption-text\">Ein Prosit auf die K\u00fcnstlerin und alle Klangk\u00f6rper.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit der Live-\u00dcbertragung sind die Opern-Aktivisten gut im Trend. Einen Tag nach der Premiere von Madrid erscheint im Spiegel eine Aufmachergeschichte des Kulturressorts mit dem Titel &#8220;Trommeln vor der T\u00fcr&#8221;. Da hei\u00dft es: &#8220;Der Klassikbetrieb steht vor einem Umbruch: Die Bildungsb\u00fcrger sterben aus, die Jungen k\u00f6nnen mit den alten Ritualen nichts mehr anfangen, die Branche setzt auf Streaming und ungew\u00f6hnliche Konzerterlebnisse.&#8221;<\/p>\n<p>Na bitte, Oper live ist ja wohl recht ungew\u00f6hnlich. Und was sagen die, die das Singen haben?<\/p>\n<p>Nehmen wir mal einen der ganz Gro\u00dfen. Zum Einen, erkl\u00e4rt der unvergleichliche Pl\u00e1cido Domingo, stehe au\u00dfer Zweifel dass es immer &#8220;Oper! Oper! Oper!&#8221; hei\u00dfen werde: &#8220;<span class=\"Apple-style-span\">Die Oper ist unsterblich. Solange es Gef\u00fchle gibt und ein Verlangen nach Romantik, so lange hat auch die Oper Bestand.&#8221;<\/span><\/p>\n<p>Doch dann hebt er mahnend den Finger.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1463\" aria-describedby=\"caption-attachment-1463\" style=\"width: 287px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1463 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4758-287x300.jpg\" alt=\"IMG_4758\" width=\"287\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1463\" class=\"wp-caption-text\">Geben Sie alles, Ermonela! Das Beste ist f\u00fcrs Web gerade gut genug.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Oper live im Internet, als Public Viewing, im Fernsehen oder im Kinosaal? Sch\u00f6n und gut. Aber:<\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\">&#8220;Es ist nun mal nicht dasselbe. Die Musik, die Inszenierung verlieren im Film zu viel. Das ist zwar alles sch\u00f6n und gut, auch Opern in die Kinos zu bringen ist nat\u00fcrlich besser als gar nichts. Aber das Live-Erlebnis ist durch nichts zu ersetzen.&#8221;<\/span><\/p>\n<p>Schlussakkord!<\/p>\n<figure id=\"attachment_1461\" aria-describedby=\"caption-attachment-1461\" style=\"width: 295px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1461 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4837-295x300.jpg\" alt=\"IMG_4837\" width=\"295\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4837-295x300.jpg 295w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4837-600x610.jpg 600w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IMG_4837.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1461\" class=\"wp-caption-text\">Nirgends stirbt es sich dramatischer.<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"articlefeat weiter\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"articlecol\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>madrid\/berlin, 9. mai 2015 Ist das geil oder ist das nicht geil? Du komplimentierst den Chapeau Claque auf den Schreibtisch. Der Foulard wird abgelegt, die Bouteille entkorkt. Du schenkst Ihr und Dir ein, r\u00fcckst die aphrodisierenden Weintrauben zurecht. 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