{"id":1263,"date":"2015-04-20T11:33:03","date_gmt":"2015-04-20T11:33:03","guid":{"rendered":"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/?p=1263"},"modified":"2015-04-20T11:33:03","modified_gmt":"2015-04-20T11:33:03","slug":"hab-mich-lieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/hab-mich-lieb\/","title":{"rendered":"HAB MICH LIEB!"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>berlin, 20. april 2015<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Wie der Kerl das macht, ist sein Geheimnis: &#8220;sputnik&#8221; wickelt sie alle ein, die Menschen. Wildfremde \u00a0M\u00e4nner bekommen ein weiches Kinn, wenn sie ihn sehen. Frauen juchzen und gehen vor dem Hund in die Knie. Kinder wollen nur noch spielen. &#8220;sputnik&#8221; l\u00e4sst sie freundlichst gew\u00e4hren. Er schubbert \u00a0an Schienbeinen, l\u00e4sst sich den Nacken kraulen, ist keinem Spiel abgeneigt. Und die Menschen sagen: &#8220;Ist der aber lieb!&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Leute, macht mal halblang! Das ist alles Chemie. Ein bisschen coole K\u00f6rpersprache. Ein bisschen genetischer Code. Aber vor allem vor allem ist &#8220;sputnik&#8221; der King der Hormone, wenn er die Menschen so einullt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1261\" aria-describedby=\"caption-attachment-1261\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1261 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_2519-300x225.jpg\" alt=\"IMG_2519\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_2519-300x225.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_2519-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1261\" class=\"wp-caption-text\">Schau mir in die Augen, Gro\u00dfer. FOTOS: BARBARA VOLKMER<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Reihe nach:<\/p>\n<p>Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass freundliche Hunde ein angenehmeres Leben f\u00fchren als ihre kratzb\u00fcrstigen Artgenossen. Das war schon so, als der Hund noch fl\u00e4chendeckend ein Wolf war. Da mussten sich die Tiere jeden Tag ums \u00dcberleben k\u00fcmmern. Das Fressen wuchs ja &#8211; sozusagen &#8211; &#8220;nicht auf den B\u00e4umen.<\/p>\n<p>Also pirschten die W\u00f6lfe hinter den Zweibeinern her. Die hatten das Jagen so kultiviert, dass es meist was zum Nagen gab. Die Reste kamen auf den steinzeitlichen M\u00fcll. Und wenn man da als findiger Wolf &#8211; sozusagen &#8211; den &#8220;Schafspelz&#8221; \u00fcberwarf und sich in Demut dem Abfallhaufen n\u00e4herte, dann lie\u00df einen der J\u00e4ger und Sammler auch gew\u00e4hren. Wer in feindlicher Absicht an die Knochen wollte, wurde verjagt.<\/p>\n<p>Folglich lernte der Wolf von Generation zu Generation: Die beste Politik gegen\u00fcber dem absonderlichen Menschen ist die der freundlichen Ann\u00e4herung.\u00a0Sanftmut f\u00fchrt zu Sattheit und zu vielen Nachkommen.<\/p>\n<p>Ist doch geil, oder?<\/p>\n<figure id=\"attachment_1260\" aria-describedby=\"caption-attachment-1260\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1260 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3075-300x225.jpg\" alt=\"IMG_3075\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3075-300x225.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3075-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3075-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1260\" class=\"wp-caption-text\">Bester Freund des Menschen? Ich! Ich! Ich!<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und wie kommt einer besonders gut r\u00fcber, wenn er freundlich sein will?<\/p>\n<p>Genau: Er l\u00e4chelt.<\/p>\n<p>Hunde sind wesensgewordene Smileys. Da kennen sie sich aus. Wiener Wissenschaftler haben die Probe aufs Experiment gemacht. Und nachgewiesen: &#8220;Hunde erkennen es ganz allgemein, wenn Menschen l\u00e4cheln, selbst wenn ihnen diese unbekannt sind.&#8221; So fasst das &#8220;Current Biology&#8221; zusammen.<\/p>\n<p>Die Biologen Corsin M\u00fcller und Ludwig Huber haben beobachtet, dass die Tiere nur auf ein deutliches Signal wie etwa die beim menschlichen L\u00e4cheln h\u00e4ufig freigelegten Z\u00e4hne reagiert\u00a0haben.<\/p>\n<p>Treue Augen, schief gelegter Kopf: Wenn ein Hund so schaut, schmelzen Herrchen und Frauchen dahin. Jetzt haben es die Wissenschaftler schwarz auf wei\u00df festgehalten: Hunde l\u00e4cheln zur\u00fcck, wenn der Mensch sie nett ansieht.<\/p>\n<p>Und damit w\u00e4ren wir jetzt bei der Chemie:<\/p>\n<p>Wenn da n\u00e4mlich so rum gel\u00e4chelt wird, schl\u00e4gt das Oxytocin &#8211; sozusagen &#8211; &#8220;Purzelb\u00e4ume der Freude&#8221;. O. ist ein Hormon, das Henry Dale 1906 entdeckt hat &#8211; und das die Geburt beschleunigt und erleichtert. O. kommt aus dem Hypothalamus, ist ein Neuropeptid aus der Gruppe der Proteohormone &#8211; und tut Mensch und Tier gut.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1262\" aria-describedby=\"caption-attachment-1262\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1262 size-medium\" src=\"http:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3386-300x225.jpg\" alt=\"IMG_3386\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3386-300x225.jpg 300w, https:\/\/vettensjournal.de\/klassischer-journalismus\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_3386-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1262\" class=\"wp-caption-text\">Und immer sch\u00f6n cool bleiben.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Fachblatt &#8220;Science&#8221; beschreibt dieser Tage den Vorgang zwischen &#8220;sputnik&#8221; und uns folgenderma\u00dfen: &#8220;Wenn sich Mensch und Hund in die Augen schauen, ver\u00e4ndert sich die Hirnchemie beider Spezies. Sowohl im Blut des Menschen als auch in dem des Tiers steigt die Konzentration des Hormons Oxytocin. Dieser chemische Botenstoff vermittelt das Gef\u00fchl von Vertrauen und Zugeh\u00f6rigkeit, er wirkt beruhigend und angstl\u00f6send. Den gleichen Anstieg im Oxytocinspiegel kann man beobachten, wenn sich M\u00fctter und ihre Babys in die Augen schauen oder bei\u00a0Liebespaaren.&#8221;<\/p>\n<p>Die Forscher &#8211; in diesem Fall waren&#8217;s Japaner &#8211;\u00a0spr\u00fchten Hunden Oxytocin in die Nase. Zumindest die weiblichen Tiere suchten danach vermehrt Blickkontakt mit ihren Besitzern, deren eigener Oxytocinspiegel durch die Hundeblicke\u00a0anstieg.<\/p>\n<p>Zumindest die weiblichen Tiere?<\/p>\n<p>So ein Quatsch. &#8220;sputnik&#8221; und das O.: Das sind &#8211; sozusagen &#8211; &#8220;ziemlich beste Freunde&#8221;. Wenn er den Kopf schr\u00e4g legt, dann steppt das Neuropeptid. Da kann niemand widerstehen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: So direkt vom Wolf hat &#8220;sputnik&#8221; das nicht. Denn mit Oxytocin haben die W\u00f6lfe nichts am Laufen, erkl\u00e4ren die japanischen Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Was denkt &#8211; sozusagen &#8211; der coole Wolf, wenn es ums O. geht:<\/p>\n<p>Ich bin doch nicht schwul!<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>berlin, 20. april 2015 Wie der Kerl das macht, ist sein Geheimnis: &#8220;sputnik&#8221; wickelt sie alle ein, die Menschen. Wildfremde \u00a0M\u00e4nner bekommen ein weiches Kinn, wenn sie ihn sehen. Frauen juchzen und gehen vor dem Hund in die Knie. Kinder wollen nur noch spielen. &#8220;sputnik&#8221; l\u00e4sst sie freundlichst gew\u00e4hren. 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