NEUER BISS

berlin, 21. november 2016    —  Neues aus „SPUTNIKS WELT“

 

Angela Merkel ist schon immer unsere Eins-A-Hütehündin gewesen – zumindest hat sie sich damit sehr wohl gefühlt.

Nun soll sich das ändern. Seit Sommer, so haben wir gestern via Anne Will erfahren, hat sie sich mit dem Gedanken herum geschlagen, ob sie in dieser schweren Zeit nicht umschulen müsse auf Deutschlands Alpha-Herdenschutzhündin. Das ist eine harte Entscheidung gewesen – nun ist es raus.

Sie will ihre Herde auch in harten Zeiten vor dem Bösen schützen. Mehr denn je. Und von bald an muss es heißen: Vorsicht! Bissige Hündin!

Das geht nicht mehr nur, indem sie in Hüte-Manier die Schützlinge sanft auf Kurs hält und umsichtig darauf achtet, dass es keine Verwerfungen im inneren Machtgefüge und keine unnötigen Reibereien mit der Außenwelt gibt.

Als Hüte-Tier war Angela klasse. Da gab es kein großes Zähnefletschen und kein Geknurre. Wenn andere ihr den Rang streitig machen wollten, hat sie den Empokömmlingen listig und tückisch in den Hinterlauf gezwickt oder die jungen Wilden aufeinander gehetzt – dann haben sie sich gegenseitig weg gebissen.

Die still-sture Chefin unserer großen Rotte ist Angela gewesen. Jahr für Jahr. Und Jahr für Jahr mehr.

Jetzt reicht vornehme Zurückhaltung nicht mehr. Nun will Angela zeigen, dass sie auch die Herdenschutzhündin drauf hat. Über diese, nicht ganz einfache, Spezies hat Dr. Dorit Urd Feddeersen-Petersen, Ethologin und Fachtierärztin für Verhaltenskunde am Institut für Haushaltstierkunde der Kieler Chrisstian-Albrechts-Universität, mal geschrieben:

„Herdenschutzhunde wurden ursprünglich dazu gezüchtet und gehalten, um Herden von Nutztieren gegen Bären, Wölfe, streunende Hunde auch  gegen Viehdiebe zu schützen. Sie sollen Angreifer melden und ggf. verscheuchen, sie jedoch nicht angreifen.“

Weiter führt die Autorin aus, Herdenschutzhunde seien dickköpfig, schwer zu führen, neigten zu Misstrauen – und seien überhaupt eher schwer zu halten.

Nun, Angela hat bei Frau Will erklärt, sie werde im Falle eines weiteren Hüte-Auftrags fürderhin besonders gut auf uns, ihre zitternde Herde, Obacht geben. Da gebe es ganz viel räudiges Getier, das uns umkreise. Türkische Köter, russische Nackt-Bären, französische Tollwut-Füchsinnen, der vogelgrippige US-Adler.

Sie wird uns schon schützen gegen die Wladimirs, die Donalds, die die Receps oder Marines. Da sei sie bereit, auch ggf. die Zähne zu fletschen oder zuzubeißen.

Anerkennend knurrt sich der lebenserfahrene „Sputnik“ eins. Von dieser Herdenschützerei kann er seinen Teil berichten. Mit seinem Mini-Rudel dreht er regelmäßig in der Mark Brandenburg eine Runde um seinen Lieblingssee. Nach einer Stunde erreicht man ein Anwesen, auf dem die Menschen nicht viel Gewese um schwäbische Ordnung machen. Zwischen Bergen von Müll und Schrott stromert ein echter Hunde-Trumpel, so ein deutscher Schäfer, der zu groß geraten ist und saumäßig stinkt.

Der sucht Streit. Unberechenbar ist er. Und der King im Revier.

Was „Sputnik“ macht? Er checkt die Location. Noch ein kurzer Doublecheck. Dann stellt er die Nackenhaare auf und schnürt los in Richtung des Bösen.

Der King seinerseits stellt alles Gehabe ein und ist verwundert. Knurrt, wird lauter, wird sauer.

„Sputnik“ steht vor ihm ihm und kläfft an ihm hoch.

Der Andere springt. Einen Riesensatz tut er – und wird, wieder mal, vom Drahtzaun gestoppt. Wieder mal eine wunde Nase. Und ein kleiner Hund auf der anderen Seite des Zauns, der sich nun tänzelnd dreht und dem Gegner den Hintern zeigt.

So geht das also. Du musst nur schlau sein. Dann kommst Du auch irgendwie durch, wenn es hart auf hart gegen die Großen kommt. Dann klappt es auch mit dem Herde-Hüten.